Asylheime: Flüchtlingsrat stellt Aufnahmestopp infrage

Spandau. In Spandau hat die Kritik des Flüchtlingsrats an der Leiterin des Gesundheitsamtes Empörung ausgelöst. Wegen mehrerer Fälle von Windpocken und Masern hatte die Amtsärztin die Aufnahme neuer Flüchtlinge gestoppt.

Woraufhin der Berliner Flüchtlingsrat den Aufnahmestopp für vier Flüchtlingsheime in Spandau öffentlich als "völlig überzogen" bezeichnete und "hinter dieser Entscheidung blankes Kalkül der Berliner Politik" vermutete, um die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zu verhindern.

Gesundheitsstadtrat Frank Bewig (CDU) wies diese Kritik jetzt zurück und stellte sich hinter die Entscheidung seiner Amtsärztin. "Windpocken und Masern sind hoch ansteckende und meldepflichtige Infektionskrankheiten, deren weitere Verbreitung mit sofortigen Schutzmaßnahmen zu verhindern ist." Da der Impfstatus der meisten Flüchtlinge nicht bekannt sei, könne eine verantwortungsvolle Amtsärztin nicht anders entscheiden. Der Vorwurf der politischen Einflussnahme sei darum absurd, so Bewig.

Es gab acht Masernfälle in den Erstaufnahmeeinrichtungen am Waldschluchtpfad, am Rohrdamm und an der Motardstraße sowie in der Gemeinschaftsunterkunft an der Staakener Straße. Aus letzterer wurden außerdem in den vergangenen vier Wochen vier Windpockenfälle gemeldet. Das Gesundheitsamt verhängte daraufhin sofort den Aufnahmestopp und leitete infektionshygienisch notwendige Maßnahmen ein. Dazu gehörten Impfungen, das Einrichten separater Krankenbereiche und das Verbot des Kita- oder Schulbesuchs.

Am Waldschluchtpfad und am Rohrdamm wurde der Aufnahmestopp zum 1. Dezember bereits wieder aufgehoben. In der Motardstraße war dies zum 9. Dezember geplant - sofern weitere Infektionsfälle ausbleiben. In der Unterkunft Staakener Straße wurde die Anordnung zum Infektionsschutz bis zum 23. Dezember verlängert.


Ulrike Kiefert / uk
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