Kinder auf großer Fahrt: Jugendamt bezuschusst Ferienreisen

Der Ferienspaß beginnt. Gerhard Hanke (rechts) und Klaus Sareika vom Ruderverein begrüßen die Kinder. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Die Koffer packen und in den Ferien einfach mal wegfahren. Für Kinder aus Familien mit wenig Geld wird das von Jahr zu Jahr schwieriger.

Denn die Fördermittel des Berliner Senats für Ferienreisen schrumpfen immer mehr zusammen. Darum bietet das Bezirksamt Spandau jedes Jahr eigene Ferienreisen für unternehmungslustige Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 14 Jahren an. Möglich ist das, weil das Jugendamt die Reisen mit einem Kostenzuschuss fördert.

Wie viel die Eltern zahlen müssen, ist abhängig vom Familieneinkommen. „Es gibt nur wenige Bezirke, die wie wir solche Reisen bezuschussen, trotz knapper Haushaltskasse“, sagt Jugendstadtrat Gerhard Hanke (CDU). Rund 50.000 Euro hat das Jugendamt dafür jährlich im Budget. „So kommen auch Kinder in den Genuss einer schönen Ferienfahrt, die sonst zu Hause bleiben müssten, weil den Eltern das Geld fehlt“, sagt Hanke. In diesem Sommer schickt die Behörde immerhin 750 Kinder nach Ahlbeck an die Ostsee, ins Brandenburger Umland oder ins Fichtelgebirge.

Die Sommerferienreisen werden seit fünf Jahren angeboten. Damals hatte das Jugendamt eine großzügige Spende von einer Privatperson erhalten. „Was unser Glück war, denn damit konnten wir die ersten Reisen finanzieren“, sagt der Stadtrat. Neben den Reisen gibt es jeden Sommer die traditionelle Ferienaktion „Kinder in Luft und Sonne“ mit rund 225 Plätzen.

Ganz allein organisiert das Jugendamt die Ferienreisen aber nicht. Mit im Boot sitzen die Sportjugend Berlin, der ASB Falkensee und seit diesem Jahr auch der Ruderverein Hevella in Tiefwerder. Auf seinem Gelände an der Dorfstraße 23 konnten kürzlich 19 Spandauer Kinder zehn Tage lang campen, das Rudern erlernen, Ausflüge unternehmen, Baden oder auf Schnitzeljagd gehen. Die letzten vier Tage ging es auf große Bahnfahrt nach Bredereiche in Fürstenberg an der Havel. Dort hat der Ruderverein ein zweites Grundstück. Für den neuen Vereinschef Klaus Sareika ist diese Ferienaktion selbstverständlich. „Als Verein haben wir die Möglichkeiten dazu und können den Kindern auch gleich ein bisschen unsere Sportart vorstellen“, sagt er.

Erfahrung hat Klaus Sareika genügend. Für die Sportjugend des Landessportbundes Berlin organisierte er 25 Jahre lang die Feriencamps. Beim jüngsten Ferienspaß in Tiefwerder halfen natürlich viele der 72 Vereinsmitglieder mit. Sie besorgten Lebensmittel, kochten gesunde Kost, übernahmen die Aufsicht und begleiteten die Kinder bei den Ausflügen.

Die beiden letzten Ferienreisen in diesem Sommer starten am 8. und 13. August. Die Plätze sind allerdings längst ausgebucht. Spandauer Eltern, die ihrem Kind eine solche Reise im nächsten Jahr ermöglichen wollen, müssen sich mit dem Jugendamt in Verbindung setzen. uk
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