Lotsen stecken weiter in der Klemme: Landesfinanzierung läuft aus

Spandau. Die Integrationslotsen in Spandau hängen immer noch in der Luft. Die Landesfinanzierung läuft zum Jahresende aus. Wie es weitergeht, ist ungewiss.

Für die 94 Berliner Integrationslotsen gibt es bis heute keine Fördermittelzusage vom Land. Dabei eilt die Zeit. Denn zum 31. Dezember laufen die Verträge aus. In Spandau hängen damit acht Sprach- und Kulturmittler, die für den Verein GIZ arbeiten, weiter in der Luft. „Alle Acht haben sich bereits arbeitslos gemeldet. Wenn nichts passiert, stirbt das Projekt“, sagt GIZ-Leiterin Britta Marschke.

Mündlich habe sie zwar die Zusage, dass es ab 2016 nahtlos mit dem Landesprogramm weitergeht. Nur etwas Schriftliches hat sie nicht in der Hand. Dabei hatte die GIZ sogar 14,7 Stellen ab 2016 angemeldet, weil der Bedarf so hoch ist. Bezahlt werden die Lotsen über das Jobcenter. Um das Lotsen-Hilfsprogramm zu unterstützen, hat Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) angeboten, eine Stelle in Sachkosten umzuwandeln. „Damit könnten wir dann den neuen Lotsen BVG-Monatskarten oder Diensthandys finanzieren“, erläutert Britta Marschke. Denn für ihr Engagement brauchen die Lotsen jede Hilfe.

Sie unterstützen in Spandau lebende Migranten, begleiten sie zu Ämtern, zum Jobcenter oder helfen bei der Wohnungssuche. Und sie haben in der Jüdenstraße ein Büro als Anlaufstelle. Drei der Lotsen arbeiten direkt in Flüchtlingsunterkünften. Rückenwind bekommen sie auch von den Bezirksverordneten. Die nämlich haben sich bereits vor Monaten auf Antrag der CDU-Fraktion dafür ausgesprochen, das Integrationslotsenprogramm des Landes über das Jahresende hinaus zu verlängern und auszuweiten. Sozialstadtrat Frank Bewig (CDU) hatte sich dafür auch bei der zuständigen Senatorin Dilek Kolat (SPD) stark gemacht. „Die Lotsen sind gut ausgebildet, gut eingearbeitet und leisten hochqualitative Arbeit. Der Wissensverlust wäre immens.“ uk
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