Selbsthilfegruppe wurde gegründet

Spandau. Für Angehörige von Online-Pokerspielsüchtigen gibt es jetzt eine Selbsthilfegruppe. Sie trifft sich zwei Mal im Monat in der Mauerritze.

Online-Pokern liegt im Trend. Doch das Spiel mit dem Glück birgt eine hohe Suchtgefahr. Was folgen kann, sind soziale Probleme in Familie, Partnerschaft und Freundeskreis, Schulden und mitunter sogar der Verlust des Arbeitsplatzes.

Darunter leiden dann auch enge Angehörige. Damit sie ihre Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig stärken und unterstützen können, hat sich jetzt in Spandau eine Selbsthilfegruppe gegründet. Initiatorin ist Martina Ritter, deren Sohn seit Jahren süchtig nach Pokern im Internet ist. "An einem gewissen Punkt ist der Leidensdruck so groß geworden, dass wir Angehörigen beschlossen haben, nicht mehr nur hilflos zuzusehen, sondern aktiv zu werden", erklärt Ritter.

In der Gruppe sollen Betroffene informiert werden, über ihre Schuldgefühle und Selbstvorwürfe reden können und sich gegenseitig zur Seite stehen. "Denn oft wird das Problem dieser Sucht von Angehörigen unterschätzt. Man macht Fehler, nimmt die Sucht nicht ernst, lenkt ein und schadet sich finanziell selbst", so Ritter.

Die Selbsthilfegruppe für Angehörige trifft sich jeden 2. und 4. Freitag im Monat von 18.45 bis 20.15 Uhr im Selbsthilfetreffpunkt Mauerritze an der Mauerstraße 6. Erster Termin ist der 23. Januar 2015. Auch Fachleute wie Schuldenberater sollen zu diesen Treffen eingeladen werden. Anmeldung bei Heidi Borschel in der Mauerritze, 333 50 26 oder bei Martina Ritter unter 0176-22 98 62 23 oder ritter.martina1@yahoo.de. Erfahrungsgemäß sind abhängige Pokerspieler meist männlich, jung, mitunter sehr klug und aus Großstädten.


Ulrike Kiefert / uk
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