Weniger jugendliche Flüchtlinge: Senat begründet Trägerwechsel mit Rückgang

Spandau. Der Trägerwechsel in einer Spandauer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge hat nach Angaben der Senatsverwaltung für Jugend mit der rückläufigen Zahl von Flüchtlingen zu tun.

Die im Sommer 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingszahlen von der Johanniter Unfallhilfe eingerichtete Unterkunft für 60 junge Menschen war, zum Jahresende 2016 von den Johannitern aufgegeben worden. Die Johanniter waren nach eigener Aussage zu dem Schluss gekommen, dass vor Ort ein erweitertes Angebot vonnöten sei. Darüber habe es dann aber keine Einigung mit der Senatsverwaltung für Jugend über einen neuen Vertrag gegeben.

Dem widerspricht nun die Senatsverwaltung für Jugend. Laut Pressesprecher Thorsten Metter hat der Trägerwechsel mit der rückläufigen Zahl der Flüchtlinge zu tun: „Weit über drei Viertel der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge haben bereits die Erstanlauf- und Clearingphase durchlaufen, in der sie in unseren Einrichtungen sind.“ Nach dieser Phase sind die bezirklichen Jugendämter für Betreuung und Unterbringung zuständig.

Mit einer zweiten Unterkunft zusammengelegt

Mit der rückläufigen Zahl hätten, so Metter, auch die temporären Einrichtungen wie die der Johanniter abgebaut werden können. Dort seien zuletzt deutlich weniger Jugendliche untergebracht gewesen. Deshalb seien dorthin Jugendliche aus einer anderen Einrichtung, die dann geschlossen wurde, umgezogen. Deren Träger sei dann mitgezogen, um „seine Jugendlichen“ weiter betreuen zu können.

Weiter teilt Metter mit, dass sich die Finanzierung der Einrichtungen an der Personenzahl orientiert, also dauerhaft keine Pauschale an einen Träger unabhängig von der Belegung gezahlt werden könne. Für die einzelnen Jugendliche gelten einheitliche Tagessätze. So sei es erforderlich dass sich zwei Fachkräfte um sechs bis sieben Jugendliche kümmern, unabhängig vom Schulbesuch. CS
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