Spandauer SV meldet Mannschaft vom Spielbetrieb ab

Spandau. Das langsame Sterben des Fußballvereins Spandauer SV hat sich zuletzt doch noch akut beschleunigt. Am 28. November meldete er nun seine Landesliga-Mannschaft vom regulären Spielbetrieb ab.

Begründet wurde dieser drastische Schritt mit den sportlichen Problemen, die wiederum Teil des Insolvenzverfahrens sind.

Seit dem Saisonbeginn trat der Spandauer SV mit seiner bisherigen zweiten Männermannschaft an. Das Team war allerdings den Anforderungen in der Landesliga zu keiner Zeit gewachsen und kassierte nur Niederlagen, die bisweilen sogar zweistellig ausfielen.

Dass die Fußballer wegen der finanziellen Notlage keinerlei finanzielle Aufwandsentschädigung erhalten konnten, hatte deren Motivation natürlich ebenfalls nicht gerade erhöht.

Nicht mal genug Spieler

Häufig war es schwer genug gefallen, überhaupt genügend Spieler zusammenzubekommen. Auch beim Training erschien manchmal nicht einmal eine Handvoll Kicker. Die Folge: Mangels Masse hatte der Spandauer SV bereits am 23. November seine Partie bei Berolina Stralau absagen müssen. Damals wurde das allerdings noch mit vielen Verletzten begründet.

Der Rückzug verschärft jetzt die Gesamtsituation des Vereins. Denn der weiß noch immer nicht, wie er die geforderten 35 000 Euro für die Einleitung des Insolvenzverfahrens aufbringen soll. Insgesamt hat der SSV Verbindlichkeiten von rund 160 000 Euro.

Seit September bemüht sich ein neuer Vorstand mit Jürgen Czarnetzki an der Spitze, der Probleme Herr zu werden. Bisher jedoch ohne Erfolg. "Finanzielle Zusagen wurden zurückgezogen und die angekündigte Unterstützung durch Dritte blieb aus", so die Klage in der Mitteilung vom 28. November. Die kommenden Wochen würden nun entscheiden, ob und wie es mit dem SSV weitergehen kann.

Aber selbst wenn der Verein überleben sollte, muss er sportlich noch einmal ganz von vorn anfangen. Denn die Abmeldung bedeutet, dass seine Kicker ab der kommenden Spielzeit in der untersten Berliner Spielklasse, der Kreisliga C, antreten werden.


Thomas Frey / tf
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