Bezirksamt lehnt S-Bahn-Trasse ins Falkenhagener Feld ab

Spandau. Das Bezirksamt lehnt die S-Bahn-Trasse ins Falkenhagener Feld ausdrücklich ab. Der Beschluss gegen die Pläne der Senatsverwaltung fiel einstimmig.

Das Bezirksamt hat sich deutlich gegen die geplante S-Bahntrasse auf der Bötzow-Bahn ins Falkenhagener Feld bis zum Evangelischen Johannesstift ausgesprochen. Das Votum der fünf Stadträte fiel einstimmig aus. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werde über diesen Beschluss jetzt informiert. Das teilte Stadtentwicklungsstadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) den Bezirksverordneten mit.

In der BVV-Sitzung am 19. November hatte es zwei kritische Einwohneranfragen zum Thema gegeben. Der Bezirksamtsentscheidung war bereits ein Brief an die Senatsverwaltung vorausgegangen. In dem Schreiben hatte der Stadtrat seine Bedenken gegen den S-Bahn-Bau in die Großsiedlung kundgetan (wir berichteten). Zu den schärfsten Kritikern der Pläne gehören die rund 500 betroffenen Anwohner und die Bürgerinitiative "Spandauer Verkehrsbelange 73" für Berlin und Brandenburg, die das Projekt für unwirtschaftlich, zu teuer und "bautechnisch unsinnig" hält. Aufklärung und Antworten auf offene Fragen hatte auch der Spandauer CDU-Abgeordnete Heiko Melzer wiederholt vom Senat gefordert. Insofern habe das Bezirksamt mit seinem ablehnenden Beschluss gegen den S-Bahn-Bau einen nicht ganz unwichtigen Schritt getan und die letzten Zweifel im Bezirksamt ausgeräumt. Denn: "Spandau braucht keine S-Bahn auf der genannten Trasse. Vielmehr sollte man sich Gedanken darüber machen, wie die Bus- und Regionalverkehrsverbindungen in Staaken und im Falkenhagener Feld verbessert werden können", so Heiko Melzer. Zwar sei es gut, dass sich der Bezirk so eindeutig positioniert habe. Zuständig in dieser Frage aber bleibe die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz. Deshalb werde es nun darum gehen müssen, Senator Michael Müller (SPD) davon zu überzeugen, von den S-Bahn-Plänen Abstand zu nehmen. Hierzu führe die CDU auch bereits Gespräche.


Ulrike Kiefert / uk
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