Jobcenter bewilligt Förderung von Schreibbüro für ein weiteres Jahr

Jörg Kubasch kann im Schreibbüro bleiben. Projektleiterin Margarete Holefleisch und Swen Schulz (links) sind über die Weiterfinanzierung erleichtert. (Foto: Ulrike Kiefert)
Berlin: Schreibbüro |

Hakenfelde. Das Schreibbüro an der Neuendorfer Straße ist ein weiteres Jahr gesichert. Das Jobcenter Spandau hat den Vertrag mit dem Maßnahmeträger verlängert.

Erleichterung bei Mechtild Baum und ihrem Team: Das Schreibbüro bleibt ein weiteres Jahr offen. Das Jobcenter Spandau hat den Vertrag mit dem Maßnahmeträger, der "Zukunftswerkstatt Köpenick gGmbH" verlängert. Mechtild Baum ist dort die Geschäftsführerin. Noch vor wenigen Wochen war unklar, ob das Projekt für MAE-Kräfte, auch Ein-Euro-Jobber genannt, fortgesetzt werden kann. Denn das Jobcenter hatte signalisiert, den auslaufenden Vertrag womöglich nicht verlängern zu können, berichtet Mechtild Baum. Daraufhin machte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz für eine Weiterfinanzierung des Projektes stark. "Das Jobcenter sagte dann eine erneute Prüfung zu und bewilligte die Maßnahme ein weiteres Jahr", so Swen Schulz.

Das Schreibbüro sitzt seit zwölf Jahren im Erdgeschoss der Neuendorfer Straße 12. "Wer Hilfe benötigt, kann sich von uns bei Anträgen, Anschreiben oder der Korrespondenz mit Behörden beraten lassen", erklärt Projektleiterin Margarete Holefleisch. Der Bedarf dafür ist durchaus da. 600 Kunden zählt das Schreibbüro im Monat, das sind etwa 30 am Tag. Seit dem Start des Projektes nutzten 8130 Spandauer dieses Angebot. "Sehr viele kommen mit Anträgen vom Jobcenter oder mit Schreiben von ihrem Strom-, Gas- oder Telefonanbieter, bei dem sie Schulden haben", sagt Jörg Kubasch. Er ist einer von 15 Mitarbeitern, die im Schreibbüro als MAE-Kräfte arbeiten. Neben der Beratertätigkeit geben sie auch ihre Lebenserfahrung weiter. Zwei seiner Kollegen sprechen Polnisch und Russisch.

Jörg Kubasch selbst ist gelernter Bürokaufmann. Für die Kunden ist der Service kostenfrei, dafür müssen sie aber nachweisen, dass sie bedürftig sind. Über den Berlin-Pass zum Beispiel oder den Arbeitslosengeld-II-Bescheid. Bei Bedarf machen die Mitarbeiter auch Hausbesuche oder begleiten zu Ämtern. Eine Schuldner- oder Rechtsberatung kann das Schreibbüro jedoch nicht anbieten. "Wir vermitteln aber an entsprechende Beratungsstellen", sagt Margarete Holefleisch.

Geöffnet ist das Schreibbüro montags bis donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr. Vom Bund gefördert muss das Projekt jedes Jahr aufs Neue beim Jobcenter die Weiterfinanzierung beantragen.

Ulrike Kiefert / uk
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