Mitreden und mitgestalten: Stadtumbau in Staaken braucht Ideen und Vorschläge

Hochhaussiedlung ... und idyllische Grünzüge wie hier am Bullengraben: Das Staakener Quartier könnte heterogener kaum sein. (Foto: Berit Müller)
 
... und idyllische Grünzüge wie hier am Bullengraben: Das Staakener Quartier könnte heterogener kaum sein. (Foto: Berit Müller)

Staaken. Die Anwohner zu beteiligen – das ist fast ein Muss, wenn es um Förderprogramme für Stadtteile geht. Schließlich sollen die Menschen mit entscheiden, wofür öffentliche Mittel fließen. Das gilt auch fürs neue Stadtumbau-West-Gebiet zwischen Brunsbütteler Damm und Heerstraße. Die Resonanz lässt bisweilen aber noch zu wünschen übrig.

Vielleicht lag’s am Termin mitten in der Woche, vielleicht am Fußmarsch – möglicherweise ließ sich der eine oder andere auch vom prophezeiten Unwetter abschrecken, das gar nicht eintraf: Ein sehr überschaubares Grüppchen folgte am 24. Mai der Einladung von Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) zum Rundgang durchs Stadtumbau-West-Quartier in Staaken. Die Tour führte von der Grundschule am Brandwerder im Nordzipfel des Fördergebiets übers Nahversorgungszentrum am Brunsbütteler Damm/Magistratsweg quer durch die Louise-Schroeder-Siedlung zum Bullengraben, vorbei an den Staakener Feldern über die Großsiedlung Heerstraße und das Staaken-Center bis zu den Egelpfuhlwiesen. Sämtliche Stationen waren mit Bedacht gewählt, weil sie das Großstadtquartier prägen, das heterogener kaum sein könnte. Und weil sich gerade dort Probleme, Handlungsbedarf aber auch Potenziale zeigen. Etwas mehr Interesse seitens der Anwohner hatten sich der Stadtrat und die Kollegen von der Stadtplanung daher durchaus erhofft.

Zum Hintergrund: Rund 335 Hektar umfasst das neue Stadtumbau-West-Gebiet in Staaken, das in den nächsten zehn Jahren Fördermittel aus Landes-, Bundes- und EU-Töpfen bekommt. „In erster Linie für eine verbesserte Infrastruktur“, erläutert Röding. „Darauf liegt beim Stadtumbau der Schwerpunkt, während es beim Quartiersmanagement eher um soziokulturelle Projekte zugunsten funktionierender Nachbarschaften geht.“

Erster Schritt des Förderverfahrens ist das sogenannte integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, kurz ISEK. Mit dem Papier, das eine Richtschnur fürs künftige Handeln liefern soll, hat das Bezirksamt Spandau das Büro Herwarth + Holz beauftragt. Stadtplanungsamt und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wirken mit. Und das können auch die Staakener. Was zeichnet das Wohngebiet aus? Woran hapert’s am meisten? Welche Orte sind schön, welche stören? Was genau muss sich ändern? Antworten auf diese Fragen sollen ins ISEK einfließen. „Wir wollen wissen, wo den Leuten der Schuh drückt“, sagt Jennifer Nagel, die im Stadtplanungsamt fürs Vorhaben zuständig ist. „Dafür wünschen wir uns Beteiligung auf allen Ebenen – von allen Altersgruppen, von Sportvereinen, sozialen und Kulturinitiativen. Jeder kann Ideen liefern.“ Tipps für den Umbau von Schulen, Kitas, Jugend- und Seniorenfreizeitstätten sind ebenso willkommen wie Vorschläge für attraktivere Parks, Spiel- oder Stadtplätze – und zwar im gesamten Untersuchungsgebiet. Das reicht von Brunsbütteler Damm im Norden über die Rudolf-Wissel-Großsiedlung und die Obstallee-Siedlung entlang der Heerstraße bis zur Grundschule am Amalienhof, eingeschlossen sind das historische Fort Hahneberg samt Grün, der Bullengraben-Grünzug und die Egelpfuhlwiesen.

Wer sich für seinen Kiez interessiert, sollte die nächsten Gelegenheiten, ein Wörtchen mitzureden, nicht verpassen: am 2. Juni lädt das Stadtplanungsamt zum ISEK-Forum mit Diskussion über bislang eingereichte Vorschläge ein – von 18.30 bis 20.30 Uhr im Kulturzentrum „Gemischtes“ in der Sandstraße 41. Noch eine Chance, Kritik und Vorschläge loszuwerden, bietet ein Besuch des Stadtteilfestes am 3. Juni von 14 bis 18 Uhr zwischen Maulbeer- und Obstallee. bm

Ausführliche Infos zum Stadtumbau-West-Programm und allen Terminen gibt es unter www.staaken.info.
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