Jürgen Kessling verlässt die SPD: Ex-Fraktionsvize jetzt parteiloser Einzelverordneter

Spandau. Der frühere stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Jürgen Kessling, hat jetzt auch die Partei verlassen.

Schon im September 2015 hatte Kessling nicht nur sein Amt als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion zur Verfügung gestellt, sondern hatte auch die Fraktion verlassen. Seitdem ist er Einzelverordneter, gehörte jedoch weiter der SPD an. Am 16. Januar 2016 hat sich der 58-jährige jedoch entschlossen, auch die Partei zu verlassen, der er 32 Jahre lang angehört hatte. Politisch begründet er diesen Schritt wie schon den Austritt aus der Fraktion unter anderem mit der Flüchtlingspolitik der SPD – von der Bundesspitze bis in den Bezirk. So habe die Parteiführung Obergrenzen für Flüchtlinge abgelehnt, fordere jetzt aber die Begrenzung des Zuzugs.

Vor Ort fehlt es laut Kessling an konkreter Hilfe, aber auch an nachhaltigen Konzepten. So würde Kessling die Belegung der neuen Eventhalle an der Paulsternstraße mit Flüchtlingen zum Anlass nehmen, dafür die Sporthalle des Oberstufenzentrums Bautechnik (Knobelsdorff-Schule) wieder an den Sport zurückzugeben. Eine Forderung, die auch die Spandauer CDU erhebt. Gerade in Haselhorst und Siemensstadt seien Schulen und Kitas schon jetzt erheblich herausgefordert, meint Kessling.

Der Kommunalpolitiker Kessling hatte unter anderem dafür gesorgt, dass der Erhalt der Bruno-Gehrke-Halle als bezirklicher Sportstandort ein wichtiges Wahlkampfthema der SPD wurde. Jetzt will er sich in der Halle, wo er Vorsitzender des Fitnessclubs ist, weiter für Integration von Flüchtlingen einsetzen.

Der Spandauer SPD-Vorsitzende Raed Saleh, der auch der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus vorsteht, nimmt den Parteiaustritt Kesslings, der immer noch Mitarbeiter in seinem Bürgerbüro in der Altstadt ist, gelassen: „Ich wünsche Jürgen Kessling alles Gute.“ CS
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