Kellereinbrüche und Verkehrsrowdys: Mieter am Pillnitzer Weg klagen über Ärgernisse

Rund 80 Mieter diskutierten mit Polizei, Stadträten, Quartiersrat und Interessenvertretung. (Foto: Ulrike Kiefert)
 
Sieghild Brune ist Sprecherin der Interessenvertretung. (Foto: Ulrike Kiefert)
Berlin: Evangelische Kirchengemeinde zu Staaken |

Staaken. Wenn Mieter diskutieren, kommt viel auf den Tisch. Das war bei der 3. Mieterversammlung am Pillnitzer Weg nicht anders. Es ging um Sicherheit, Sauberkeit, Straßenverkehr und die Zukunft der Wohnanlage.

Kellereinbrüche, Vandalismus, kaputte Fahrstühle, jugendliche Rowdys, nächtliche Trinker, dunkle Fußwege, ungepflegte Grünanlagen, zu wenige Parkplätze und gedankenlose Autofahrer: Die Mieter am Pillnitzer Weg klagen über eine Menge Probleme.

Viel getan hat sich da in der Siedlung aber offenbar nicht. Denn es war bereits die dritte große Mieterversammlung, zu der die Interessenvertretung der Mieter der Westgrund Immobilien AG/Adler Real Estate AG und der Hachmann Hausverwaltung am 17. März in den Pillnitzer Weg 8 geladen hatte. „Wir sind bereits im dritten Jahr aktiv und bleiben es, bis die Probleme gelöst sind“, sagte Sprecherin Sieghild Brune.

Denn die Mieter fühlen sich vor allem vom Eigentümer und der Hausverwaltung im Stich gelassen. Die waren zur Mieterversammlung auch eingeladen, bestätigte Sieghild Brune. Nur kommen wollte keiner. Dabei gab es keinen Grund fern zu bleiben. Die Anliegen waren wichtig und die Diskussionen sachlich. Doch wo der richtige Ansprechpartner fehlt, bleiben Antworten eben unbefriedigend und Mieter unversöhnt.

Mit auf dem Podium saßen aber wenigstens die Polizei und die Stadträte Stephan Machulik (SPD) und Frank Bewig (CDU). Auf die Fragen, die in ihre Bereiche fielen, gab es also auch Antworten. Bei Kellereinbrüchen, Ärger mit pöbelnden Rowdys, urinierenden Trinkern oder falsch geparkten Autos könne immer die Polizei alarmiert werden, wenn sich der Ärger nicht friedlich lösen lasse, sagte Verena Steinke vom Polizeiabschnitt 23. „Niemand wird allein gelassen.“ Streifenwagen und Beamte in Zivil seien regelmäßig im Kiez unterwegs ebenso wie der Kontaktbeamte. Nur könne die Polizei nicht zu jeder Zeit an jedem Ort sein. Für die Pflege der Grünanlagen, die Beleuchtung der Wege, Schrottautos oder mehr Sicherheit in den Häusern beispielsweise durch extra gesicherte Hauseingangs- oder Kellertüren aber sei der Vermieter in seinem privaten Mietobjekt zuständig.

Der wisse auch um die Probleme, sagte Sieghild Brune. Er reagiere aber meist nicht auf Briefe oder Anrufe, was auch etliche anwesende Mieter bestätigten. „Schreiben Sie Anzeigen an die Hausverwaltung wegen unterlassener Hilfeleistung“, empfahl die Polizei zum Beispiel beim Thema Schrottautos. „Hier ist die Hausverwaltung in der Pflicht“. Bei Rattenbefall oder Schimmel in Wohnungen könne auch das Gesundheitsamt eingeschaltet werden, informierte Gesundheits- und Baustadtrat Frank Bewig. Sei der Schimmel baulich erklärbar, könnten dem Vermieter entsprechende Auflagen erteilt werden. Kostenfreie Rechtshilfe bei Wohnungsproblemen bietet auch das Stadtteilzentrum vor Ort an.

Ein weiteres Thema war der Autoverkehr im Pillnitzer sowie im Loschwitzer Weg. Hier monierten die Anwohner mangelnde Parkplätze, zu enge Fahrbahnen, den hohen Durchgangsverkehr und Raserei. „Um den Verkehr zu entschleunigen haben wir bereits alles angeordnet was möglich ist“, sagte Ordnungsstadtrat Stephan Machulik, dem die bezirkliche Straßenverkehrsbehörde unterstellt ist. Dazu gehörten die Parkordnung und Tempo-30-Zonen. Außerdem wiesen beide Stadträte auf ein Verkehrsgutachten hin, das noch in diesem Jahr für die Heerstraße Nord inklusive Loschwitzer und Pillnitzer Weg erstellt werden soll. Sein Ziel: Den Verkehr durch bauliche Maßnahmen zu entschleunigen.

Um über gute Nachbarschaft, Sauberkeit, den Zustand der Wohnungen, mögliche Aktionen und vieles mehr zu reden, setzen sich engagierte Mieter auch regelmäßig zu Nachbarschaftstreffen mit dem Quartiersrat und dem Gemeinwesenverein Heerstraße Nord zusammen. uk
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