Ausstellung über die Filmgeschichte Weißensees wird dauerhaft im Rathaus präsentiert

Rainer Hässelbarth engagiert sich seit Jahren für ein Denkzeichen, dass an die Filmstadt Weißensee erinnert. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Rathaus Weißensee |

Weißensee. Vor einem Jahr machte der Verein Freunde des Kinos Toni noch einmal Druck. Er unternahm einen erneuten Vorstoß für ein künstlerisches Denkzeichen, mit dem an die Filmstadt Weißensee erinnert werden sollte. Nun tut sich etwas.

Es geht zwar noch nicht ganz in die Richtung, die sich der Verein vorstellt, aber zumindest wird es nun eine Dauerausstellung zur Filmstadt Weißensee geben. „Wir stellen uns vor, dass auf der kleinen Fläche vor dem früheren Rathaus Weißensee ein Kunstwerk zu diesem Thema aufgestellt wird“, erklärt der Vorsitzende des Vereins Rainer Hässelbarth. Bislang wird nur mit einer Berliner Porzellan-Gedenktafel an der Ecke Berliner Allee und Liebermannstraße an die Anfänge der Filmstadt Weißensees erinnert. Zu wenig, meinen die Freunde des Kinos Toni.

Dieser Einschätzung schlossen sich bereits mehrfach die Pankower Verordneten an. Bereits Anfang 2010 Jahr hatte die BVV zum Beispiel angeregt, zum 100. Jahrestag des Beginns der Filmproduktion in Weißensee ein neues künstlerisches Denkzeichen zu installieren. Im Bezirksamt hielt man das für nicht erforderlich, weil es bereits Hinweise auf die Filmstadt in Weißensee gebe. Außerdem fehlten die finanziellen Mittel.

Auch nach weiteren Beschlüssen tat sich nichts. Im April 2016 gab es dann einen neuen Beschluss der Verordneten: Das Bezirksamt wurde beauftragt, wenigstens die bislang temporär gezeigte Ausstellung „Hereinspaziert. 100 Jahre Filmstadt Weißensee“ als Dauerausstellung einzurichten – und das an einem Ort im früheren Weißenseer Rathaus, wo viel Publikumsverkehr herrscht.

Diesem Beschluss wird das Bezirksamt nun folgen. Das wurde nun den Verordneten mitgeteilt. „Der gewählte Ausstellungsort liegt in unmittelbarer Nähe zu dem historischen Gelände der ehemaligen Atelier- und Produktionsgebäude in der Liebermannstraße“, heißt es im bezirklichen Schreiben an die Verordneten. „Für Interessierte bieten die Ausstellungsinhalte einen Überblick zur Geschichte der Filmstadt Weißensee, den Produktionsbedingungen in Weißensee und den dort entstandenen Werken.“

Derzeit werden die Kosten für den Aufbau der Dauerausstellung ermittelt. Nicht zuletzt müssen die Bild- und Filmrechte für eine Dauerausstellung eingeholt werden. Die Ausstellung soll gleich am Eingang des Rathauses ihren Platz finden. Einen Termin für die Eröffnung gibt es allerdings noch nicht.

Rainer Hässelbarth freut sich, dass sich endlich was tut. „Wir verfolgen aber weiter unsere Idee eines Denkzeichens.“ Damit und mit der Ausstellung könnte Weißensee dann auch für Touristen interessant werden. Von 1913 bis 1928 entstand in den Weißenseer Ateliers ein Film nach dem anderen. Als der Tonfilm Einzug hielt, verloschen jedoch die Lichter in den Weißenseer Studios. Ihnen fehlten die Voraussetzungen für Tonfilmproduktionen. BW
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