Blindenmuseum wird barrierefrei

Die Ausstellung des Deutschen Blindenmuseums gibt Einblicke in das Leben blinder Menschen. Sie ist jedoch noch nicht barrierefrei. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Das Deutsche Blindenmuseum in der Rothenburgstraße soll voraussichtlich im nächsten Jahr saniert werden. Die Pläne für einen barrierefreien Umbau liegen vor, Lottomittel in Höhe von rund 370 000 Euro sind zugesagt, dennoch drohte das Vorhaben zu scheitern. Das Bezirksamt fühlte sich übergangen.

Die Ausstellung des 1890 gegründeten Blindenmuseums befindet sich im 2. Obergeschoss des Gebäudes in der Rothenburgstraße 14. Auf der 100 Quadratmeter großen Fläche werden Reliefbücher, Fotos, Punktschriftbücher, Schreibgeräte, Filme, Spiele und Hilfsmittel für Blinde aus zwei Jahrhunderten gezeigt. Anhand der Exponate erfahren die Besucher, wie blinde Menschen früher und heute lebten, sich bildeten, arbeiteten und ihren Alltag gestalteten. Die Besucher können ausprobieren, wie man Punktschrift schreibt und mit den Fingern liest. Mit Dunkelbrillen auf der Nase kann man blind eine Runde Mensch-ärgere-dich-nicht spielen oder testen, wie Hilfsmittel für blinde Menschen funktionieren.

Doch aufgrund der Lage im Obergeschoss ist es Menschen, die blind sind oder eine andere Beeinträchtigung haben, zum Teil unmöglich die Ausstellung zu besuchen. Somit lag die Idee nahe, den gesamten Publikumsverkehr in das Erdgeschoss zu verlegen. Dazu sind umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen nötig. Der Förderverein des Blindenmuseums, der seit 30 Jahren die Arbeit des Museums trägt und organisiert, hatte für die Planungen einen Architekten beauftragt. Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie hat rund 370 000 Euro an Födermitteln zugesagt.

Eigentümer der Immobilie ist jedoch das Schul- und Sportamt. Es wurde aber nicht von Anfang an über die Pläne informiert oder in die Planung einbezogen worden. Das Vorhaben drohte zu scheitern. "Wir wollten erst abwarten, ob der Lottoantrag durchgeht. Ohne den Zuschuss hätte die Maßnahme nicht durchgeführt werden können", erklärt Jürgen Lubnau, Vorsitzender des Fördervereins, die Zurückhaltung. Der Bezirk indes befürchtete, dass die Sanierung nicht ohne Kosten für den Eigentümer zu machen sei. "Die Idee des Fördervereins wird grundsätzlich positiv bewertet", versichert Kulturstadträtin Cerstin Richter-Kotowski. Inzwischen hat der Bezirk das Kostenrisiko abgeworgen und die Entscheidung zugunsten des Umbaus getroffen.

Laut Lubnau soll die Ausschreibung 2016 erfolgen. Die Bauarbeiten dauern rund vier Monate.


Karla Menge / KM
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