Wohnungsbau: Investor will erst auf Bedarf weitere Stellflächen anbieten

Das komplette neue Wohnensemble zieht sich vom Steglitzer Damm, über die Presselstraße in die Karl-Stieler-Straße. (Foto: Visualisierung: Diamona & Harnisch)

Steglitz. Am Steglitzer Damm, in der Pressel- und Karl-Stieler-Straße, sieht es schon jetzt schlecht aus mit Parkplätzen. Die Anwohner müssen lange nach einem freien Stellplatz für ihr Auto suchen. Durch ein Wohnungsbauvorhaben könnte die Situation noch schlimmer werden.

Das Wohnungsbauprojekt "Quartier am Stadtpark Steglitz" sieht insgesamt 99 Eigentumswohnungen vor. 69 davon sollen im bestehenden Gebäude Steglitzer Damm 24, Presselstraße und Karl-Stieler-Straße umfangreich saniert werden.

In der Baulücke daneben in der Karl-Stieler-Straße 17 und 18 entstehen im gleichen Zeitraum 30 hochwertige Neubauwohnungen. Entwickelt wird das Projekt von der "Diamona&Harnisch" Projektmanagement GmbH, die im Bezirk unter anderem auch das Schlachtensee-Carré baut.

Für das Neubauvorhaben sind lediglich 15 Tiefgaragenplätze vorgesehen. "Bei den 15 bislang geplanten Plätzen in der Tiefgarage muss es nicht bleiben. Wenn mehr Stellplätze von den Eigentümern gewünscht sind, können wir nachrüsten und die Plätze verdoppeln", informiert Alexander Harnisch von der Diamona&Harnisch. Doch dazu wolle man erst einmal die Resonanz abwarten. Erfahrungen aus den Berliner Innenstadt-Bezirken würden zeigen, dass immer weniger Stellplätze gekauft oder angemietet werden. Die Leute nutzen eher das Rad und öffentliche Verkehrsmittel, weniger das Auto. Dazu kommt, dass 99 neue Wohnungen nicht gleich 99 neue Familien bedeuten. "In dem bestehenden Gebäude über Reichelt befanden sich schon immer 46 Wohnungen, deren Mieter schon Parkraum beansprucht haben", sagt Harnisch.

Derzeit wohnen noch zwölf Mietparteien in dem Bestandsgebäude, das mit großem Aufwand saniert werden soll. "Wer hier nach der Sanierung wohnen bleiben will, dem wird von uns ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Wir empfehlen allerdings einen Auszug während der Baumaßnahme", sagt Harnisch. Geplant ist, die Fassade des Baus aus den 60er-Jahren komplett zu erneuern. Dazu wird die alte Fassade vollständig entfernt. Im Zuge der Sanierung bekommen alle Wohnungen Schallschutz, der im jetzigen Zustand quasi nicht vorhanden ist und Balkone. Das Gebäude wird dadurch technisch und optisch aufgewertet.

Eine optische Aufwertung erhält die ganze Gegend um die Karl-Stieler- und Presselstraße durch die geplante Lückenbebauung. Es entsteht ein geschlossenes Ensemble mit begrüntem Innenhof.

Im nächsten Frühjahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ein Abschluss der Maßnahme ist Ende 2016 geplant. Die Befürchtungen mancher Anwohner, dass auch der Reichelt-Markt im Zuge der Maßnahme geschlossen werden könnte, räumt Harnisch aus dem Weg. "Reichelt bleibt", versichert er.


Karla Menge / KM
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