Buchrezension „Unser Haus am Meer“ von Nele Jacobsen

Glück ohne Tiefgang


Das sympathische Cover verspricht eine leichte Sommerlektüre, der Klappentext zudem ein Geheimnis und deutet eine Romanze an. Das Thema ist im weitesten Sinne Glück, denn die Protagonistin des Romans, die Journalistin Josefine, muss dem „Kapitänsprinzip“ nachgehen, einem Glücksratgeber in maritimer Aufmachung. Acht Bojen gilt es dabei zu umschiffen, um sein persönlichen Glück zu machen. Aber was vom Autor des bewussten Ratgebers wohl kaum als Ruckzuck-Aufgabe konzipiert worden ist, lässt die Autorin des Romans ihre Josefine in nur fünf Tagen hinbekommen wollen - beispielsweise mit einem Ausflug auf einen Leuchtturm oder im Strandkorb beim nächtlichen Aussitzen eines Sturmes.
So mager wie diese Glücksratschläge ist die komplette Geschichte konzipiert: die Protagonisten werden zu sehr gelenkt (auch schafft es die karriereorientierte Josefine nicht, meine Sympathie zu erringen) und die Liebesgeschichte ist nicht nur vorhersehbar, sondern leider auch sehr flach erzählt. Und das Geheimnis – auch keine Überraschung.
Der Roman ist zwar nett zu lesen, für meinen Geschmack aber in der Ausarbeitung viel zu anspruchslos - auch für eine leichte Unterhaltung – und ist m.E. eher für junge Mädchen geeignet (nur die dafür obligatorischen Teenager-Protagonisten fehlen).
Da ich dieses Buch bei der Verlosung gewonnen habe – noch einmal besten Dank dafür, aber leider kann ich mich den vielen positiven Bewertungen nicht anschließen - und um eine Besprechung gebeten wurde, ende ich mit Josefines Worten: „Niemand konnte von ihr verlangen, dass sie sich verbog und etwas unkritisch in den Himmel lobte.“
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