"Der Lügenbaron" ist reich an witzigen Dialogen und Gags

Bernard (Pustisek) in der Zwickmühle. Seine Geliebte Soraya (Redfern) will Ehefrau Nelly (Nick) die Affäre stecken. (Foto: DERDEHMEL/Urbschat)

Steglitz. Nach der Premiere von "Der Lügenbaron" am Schlosspark Theater war viel Lob aus prominentem Mund zu hören. "Toller Abend", sagte Robert Atzorn und "sehr witzig" fand es Dieter Landuris.

"Der Lügenbaron" ist gespickt mit bitterbösen Gags. Unverkennbar ist zum Teil Dieter Hallervordens Handschrift zu erkennen. Er übersetzte das Stück von Starautor Eric Assous. Schon als er die Uraufführung in Paris sah, hätte er "sich ausgeschüttet vor Lachen", erklärte der Intendant. Klar, dass er die Komödie an sein Theater holen musste. Auch im Schlosspark Theater sorgte die Gag-Kanonade bei der Premiere für reichlich Lacher und Schenkelklopfen. Und angesichts der dreisten Lügen und seiner Macho-Sprüche von "Lügenbaron" Bernard blieb so manchem im Zuschauerraum auch mal der Lacher im Hals stecken.

Bernard kann nicht anders. Er ist ein notorischer Lügner und lebt nach dem Motto "Für jeden kommt einmal die Stunde der Wahrheit, dann heißt es: lügen, lügen, lügen!" Seine "Gabe" rettet ihn aus so manch brenzligen Situationen. Vor allem als eines Tages seine junge Geliebte Soraya (Isabella Redfern) droht, die Affäre auffliegen zu lassen, ist sein Lügentalent gefragt.

Wie gut, dass es Philippe gibt. Er ist Bernards bester Freund und das glatte Gegenteil: Philippe ist nett, großzügig und vor allem ehrlich. Aber weil er auch nicht Nein sagen kann, sieht er sich plötzlich in einem Gespinst aus Lügen. Inszeniert von seinem besten Freund.

Für einen amüsanten Theaterabend sorgt - neben witzigen Dialogen und vor allem Monologen des Lügenbarons - nicht zuletzt ein gut aufgelegtes Ensemble.

Marko Pustisek als Bernard läuft zu Hochform auf, als der sich immer mehr in seinem eigenen Lügenkonstrukt verfängt. Wirklich komische Slapstick-Momente lieferte Birge Funke in der Rolle der Alice, der scheinbar betrogenen Lebensgefährtin von Philippe. Harald Effenberg ist als vertrottelter und ausgenutzter Freund urkomisch. Und nicht zuletzt bietet Désirée Nick eine tolle Vorstellung als Bernards Ehefrau Nelly mit Sexappeal und großer Klappe.

Fazit: "Der Lügenbaron" hat das Zeug für einen Hit in der Berliner Boulevard-Szene. Ein wirklich unterhaltsamer Abend mit witzigen Dialogen und einem großartigen Ensemble ist garantiert.

"Der Lügenbaron" am Schlosspark Theater, nächste Vorstellungen vom 24. bis 30. April, 20 Uhr, Karten unter 78 95 66 71 00.

Karla Menge / KM
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