Die Autorin Jenny Schon liest aus ihren Gedichten

Jenny Schon gibt in ihren Gedichten das Lebensgefühl in den 1960er-Jahren wieder. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Jenny Schon ist Autorin, Herausgeberin, Stadtführerin, begeisterte Erzählerin und Poetin. Am Sonntag, 14. Dezember, 19 Uhr, liest sie im neuen Steglitzer Kulturort Café GM 26 in der Gutsmuthsstraße 26. Die Lesung wird veranstaltet vom Kunst- und Kulturverein "Kunst.Raum.Steglitz".

Die 71-Jährige lebt seit über 30 Jahren in Wilmersdorf und fühlt sich ihrem Nachbarbezirk Steglitz-Zehlendorf sehr verbunden. Auch hier hat sie einige Jahre ihres Lebens verbracht. Deshalb möchte sie sich für mehr Kultur in Steglitz engagieren. Jenny Schon ist Gründungsmitglied des neuen Kunst- und Kulturvereins "Kunst.Raum.Steglitz".

Warum sie als Wilmersdorferin Mitglied des Steglitzer Vereins ist? Ihre kleine Wohnung befindet sich in der Nähe des Breitenbachplatzes, "also fast in Steglitz-Zehlendorf", sagt sie. Und: Im Bezirk hat sie etliche Lieblingsorte. Unter anderem das Kleistgrab am Wannsee, die Havel und die Bäke. Voller Poesie und Hingabe beschreibt sie diese Orte immer wieder in ihren Gedichten.

Aber auch der Kurfürstendamm, wo sie viele Jahre gearbeitet und gelebt hat, und die politischen Ereignisse seit den sechziger Jahren sind genauso Themen ihrer Lyrik wie die Veränderungen seit dem Mauerfall. Schon in ihrer Kindheit, die sie in einem kleinen Ort im Rheinland verbrachte, war sie von Büchern fasziniert.

Gern hätte sie studiert und viel mehr gelesen. Doch sie wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. "Für Bücher war kein Geld da." Weil sie nur drei Märchenbücher hatte, dachte sie sich selbst Märchen aus. 1961, gleich nach dem Mauerbau, zog es sie nach Berlin. "Ich wollte die Mauer wieder einreißen." Daraus wurde bekanntlich nichts. Jenny Schon blieb jedoch in Berlin.

In der Goerzallee hatte sie lange gewohnt, bevor sie nach Wilmersdorf zog. In Berlin begann sie ihr Studium an der FU.

Als Buchhändlerin hatte sie endlich die ersehnte Nähe zu "ihren Büchern" gefunden und ihre Liebe zu Gedichten entdeckt. In Reimen beschreibt Jenny Schon sowohl ihre Gedanken und Gefühle zu politischen Geschehnissen als auch die Natur.

In der Lesung im GM 26 liest die Autorin aus ihrem Gedichtband "Fussvolk". Die "Gedichte in Bewegung" stammen hauptsächlich aus den Jahren 1964 bis 1968. Im zweiten Teil des Bandes geht es auf Reisen nach China, Spanien oder nach der Wende in den Ostteil Deutschlands und nach Böhmen, das unbekannte Land ihrer frühesten Kindheit.

Lesung im Café GM 26, Gutsmuthsstraße 26, am 14. Dezember, 19 Uhr. Eintritt frei. Spenden für den Verein erwünscht.

Karla Menge / KM
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