„Die Kleinbürgerhochzeit“ des Berliner Ensembles kommt nach Steglitz

Wann? 23.02.2018 20:00 Uhr

Wo? Schlosspark Theater, Schloßstraße 48, 12165 Berlin DE
In der Farce „Die Kleibürgerhochzeit“ geht nicht nur der gute Ruf des Brautpaares zu Bruch. Zu erleben sind Carmen-Maja Antoni als Brautmutter, Charlotte Müller als schwangere Braut, Boris Jacoby als eifersüchtiger Bräutigam und Martin Seifert als nervender Brautvater. (Foto: DERDEHMEL/Urbschat)
 
Charlotte Müller, Carmen-Maja Antoni, Boris Jacoby, Martin Seifert und Krista Birkner (knieend) lassen „Die Kleinbürgerhochzeit“ zur Orgie werden. (Foto: DERDEHMEL/Urbschat)
Berlin: Schlosspark Theater |

Brechts früher Einakter „Die Kleinbürgerhochzeit“ zieht vom Berliner Ensemble ans Schlosspark Theater. Auch die Besetzung der Rollen in der Inszenierung von Philip Tiedemann ist gleich. Premiere ist am 20. Februar.

17 Jahre lang stand die Farce „Die Kleinbürgerhochzeit“, die Bertolt Brecht schon 1919 geschrieben hatte, auf dem Spielplan des Berliner Ensembles. Das 1949 von Brecht und seiner Ehefrau Helene Weigel gegründete Theater, wurde von 1999 bis 2017 von Intendanten Claus Peymann geleitet. Im November 2000 feierte „Die Kleinbürgerhochzeit“ dort Premiere. Der neue Intendant, Oliver Reese, übernahm einige Produktionen aus der Peymann-Ära. „Die Kleinbürgerhochzeit“ war jedoch nicht darunter. Es wäre schade, wenn das Stück in der Versenkung verschwinden würde, bedauerte Schlosspark Theater-Intendant, Dieter Hallervorden. Damit war er wohl einer Meinung mit Peymann, der gern dem Vorschlag Hallervordens zustimmte, die Produktion an die Steglitzer Bühne zu übergeben. Pünktlich zum 120. Geburtstag Brechts, der im Februar 1898 geboren wurde, kommt der Einakter nun auf die Bühne des Schlosspark Theaters.

Uraufgeführt wurde die turbulente und grelle Farce schon im Jahr 1926 in Frankfurt. Den Inhalt der bösen und hoch unterhaltsamen Komödie voller klugem Wortwitz fasste Brecht damals so zusammen: „Eine Orgie der Hohlheit, der Langeweile, der Öde und der Vereinzelung“.

Geschildert wird die Hochzeitsfeier eines kleinbürgerlichen Paares als Farce, in der vom Mobiliar bis hin zum Idyll spießbürgerlicher Moral trotz bestem Bemühen alles zerbricht. Alles dreht sich um einen nervenden Brautvater, einen eifersüchtigen Bräutigam, eine schwangere Braut und ihre unbeirrt aneinander vorbeiredende Festgesellschaft. Als die Feier aus dem Ruder läuft, verlassen mehr und mehr Gäste das Festmahl – zerstört ist zum Schluss nicht nur der gute Ruf des Brautpaares, sondern auch die scheinbar heile Welt des Spießbürgertums.

Für Regisseur Philip Tiedemann, der auch die Wiederaufnahme-Proben betreut, ist die Arbeit am Steglitzer Theater nicht neu. Er hat hier schon so erfolgreiche Stücke inszeniert wie „Besuch bei Mr. Green“ mit Michael Degen und Steffen Schroeder, „Geliebter Lügner“ mit Brigitte Grothum und Achim Wolff sowie in der laufenden Spielzeit „Die Kameliendame“ mit Anouschka Renzi, Joachim Bliese und anderen.

Carmen-Maja Antoni, die seit 1976 zum Schauspiel-Ensembles des Brecht-Theaters gehört und auch in Film und Fernsehen ein bekanntes Gesicht ist, wird jetzt zum ersten Mal an einer West-Berliner Bühne spielen. Auch für die anderen Mitwirkenden, Krista Birkner, Anke Engelsmann, Winfried Peter Goos, Boris Jacoby, Charlotte Müller, Michael Rothmann, Martin Seifert & Jörg Thieme, ist dies das erste Engagement am Schlosspark Theater unter Dieter Hallervorden.

Die Premiere am Schlosspark Theater ist am Dienstag, 20. Februar, 20 Uhr. Karten zu 18 bis 35,50 Euro sind an der Theaterkasse, Schloßstraße 48, und auf www.schlosspark-theater.de erhältlich. Weitere Vorstellungstermine sind am 21., 22. und 23. Februar sowie im April.
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