Die Musikschulvilla in der Grabertstraße ist Denkmal des Monats April

Der Altan am hinteren Teil der Villa wird von einer armlosen Göttin geziert. (Foto: K. Menge)
Berlin: Bezirkliche Musikschule |

Steglitz. Die Villa mit Turm und kleinem Teich in der Grabertstraße 4 stammt aus dem Jahr 1872. Erbaut wurde das Haus als Bankiersvilla. Heute nutzt die bezirkliche Musikschule die Villa.

Die Bankiersvilla gehört zu den wenigen erhaltenen Villen der Kolonie Südende. Sie ist das älteste und repräsentativste Beispiel einer untergegangenen Zeit, in der vornehme Villen mit prächtigen Gärten den Blick in idyllische Lebenswelten öffneten. Seit 1995 steht sie unter Denkmalschutz.

Gebaut wurde die Villa im Stil der Berliner Schule, spätklassizistisch, mit griechischen Säulen und in preußischer Eleganz. Beeindruckend ist auch der Altan am hinteren Teil der Villa, der von einer armlosen Göttin geziert wird. Von dem Austritt blickt man auf den Karutschenpfuhl.

Der Bezirk Steglitz erwarb schließlich das Haus aus privatem Familienbesitz und eröffnete darin 1964 seine Musikschule. 2001 fusionierten jedoch die Bezirke Steglitz und Zehlendorf. Es wurde entschieden, nur noch einen Standort für die Musikschule - nämlich in Zehlendorf an der Martin-Buber-Straße zu erhalten. Das inzwischen marode und sanierungsbedürftige Haus in der Grabertstraße wurde einem privaten Träger übergeben, der die dringend nötigen Sanierungsarbeiten in die Hand nehmen sollte. Weil sich kein geeigneter Interessent fand, entschied Kulturstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) 2007, dass die bezirkliche Musikschule die Räume nutzen kann.

2009 begann die Sanierung des Gebäudes. Im ersten und zweiten Bauabschnitt wurden Innendämmung, neue Fenster und moderne Haustechnik sowie das Dach erneuert.

Besonders aufwendig gestaltete sich die Fassadensanierung nach Vorgaben des Denkmalschutzes. Unter einer dicken "Farbpelle" bröselte die Fassade. "Die schönsten Schmuckdetails ließen sich mit dem bloßen Finger wegschieben. Vieles war von selbst herabgefallen", beschreibt Jörg Rütter, Leiter der Unteren Denkmalbehörde den Zustand.

Politischer Wille, Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und besonders auch die Kompetenz der beauftragten Fachbetriebe haben letztlich dazu beigetragen, dass das letzte Schmuckstück von Südende seit September 2011 wieder in neuem alten Glanz erstrahlt. Der Musikschule des Bezirks, die mit über 6000 Schülern als größte Musikschule Deutschlands gilt, bescherte die Sanierung 15 neue Übungsräume und einen Konzertsaal.


Karla Menge / KM
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