Lustige Baum-Kobolde geben Rätsel auf

Ein besonders schönes Baumgesicht-Exemplar steht am Rewe-Parkplatz in der Goerzallee. Zur Straße hin hat es ein zweites Gesicht. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Ihre großen Kulleraugen aus Holzscheiben und ihre dicken oder dünnen Nasen aus Aststücken ziehen die Blicke auf sich und lassen Passanten schmunzeln. Seit Mai sind die hübsch gestalteten Baumstümpfe an vielen Straßen im Bezirk zu entdecken – und geben Rätsel auf.

Bisher weiß niemand, wer den Stümpfen abgesägter Straßenbäume die lustigen Gesichter verpasst hat. Herbert Lohner, beim BUND Berlin für Naturschutz verantwortlich, hört zum ersten Mal von den Baum-Kobolden. Da mache sich jemand einen netten Spaß, vermutet er. Vielleicht handele es sich aber auch um ein Schulprojekt oder eine Kunstaktion. Fest steht aber, dass die Aktion niemandem schadet. Im Gegenteil, sie werden die Menschen erfreuen, sagt Lohner. „Das ist eine pfiffige Art, die Stadt mit zu gestalten. Im öffentlichen Raum einen so phantasievollen Anlass für ein Lächeln zu schaffen, ist in einer gehetzten Stadt wie Berlin eine gute Sache“, kommentiert er die Fotos von den Baumstümpfen.

Genauso ist es. Bärbel Pluta jedenfalls erfreut sich ebenfalls an den lustigen „Baum-Gesichtern“. In Lankwitz gibt es inzwischen viele dieser Exemplare und eines sei schöner anzusehen als das andere, sagt die Lankwitzerin. „Es macht gute Laune, in diese Gesichter zu sehen. Derjenige oder diejenigen, die sich das ausgedacht hat, sollten belobigt werden“, erklärt sie. Sie hat sich auch schon überlegt, wo der oder die Kreativen demnächst Baumstümpfe verschönern könnten: Unmittelbar vor dem Henry-Ford-Bau gibt es zwei große, nicht bearbeitete Stubben.

Auch in Steglitz und Lichterfelde fallen die freundlichen Baumgesichter auf. An der Goerzallee, in der Klingsor-, Lepsius- und Wiesenstraße sowie an der Teltowkanalstraße und am Hindenburgdamm hat Evelyn H. bei ihren Radtouren die gestalteten Baumstümpfe entdeckt. Eine geniale Idee, aus totem Holz wieder so etwas Lebendiges zu machen“, findet sie. „Ich würde mich gern bei diesen kreativen Leuten bedanken, weil ihre Baum-Kobolde mich auf meinen Radtouren immer wieder zum Schmunzeln bringen.“

Doch auch im Bezirksamt kann man nichts zu den geheimnisvollen Baumkünstlern sagen. Die meisten Mitarbeiter kennen nicht einmal die Objekte. Einzuwenden gäbe es laut Stadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) jedoch nichts. „Das ist zwar mysteriös, hört sich aber nett an“, sagt sie. KM
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Michaela Röhl aus Lankwitz | 27.07.2015 | 12:11  
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