Schloßstraße soll 2015 an einem Sonntag zur Festmeile werden

Wird die Schloßstraße für einen Sonntag zur Feiermeile, muss die Straße gesperrt werden. Das kann teuer werden. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Die Bezirksverordnetenversammlung hat grünes Licht für ein Straßenfest auf der Schloßstraße gegeben. Mehr als ein Jahr wurde darüber diskutiert, im April ein Beschluss gefasst. Das Fest soll an einem Sonntag stattfinden. Dazu muss die Schloßstraße für den Verkehr gesperrt werden.

SPD, CDU und Grüne haben das Bezirksamt mit der Durchführung des Straßenfestes beauftragt. Es soll noch in diesem Jahr in der Schloßstraße stattfinden. Sie versprechen sich von dem Fest eine Steigerung der Attraktivität der Einkaufsmeile über den Bezirk hinaus. Es könnte dazu beitragen, beispielsweise neue Kunden zu gewinnen, argumentierten die Befürworter.

Im Rahmen der Veranstaltung wird die Schloßstraße für den Verkehr gesperrt. Den Gewerbetreibenden in der Schloßstraße und den Nebenstraßen wird ein zusätzlicher verkaufsoffener Sonntag gewährt.

Bedingung ist, dass sich die ansässigen Geschäftsleute an den Kosten für die Straßensperrung beteiligen. Im Vorfeld sollen sie auf freiwilliger Basis auch in die Planung des Straßenfestes mit einbezogen werden.

Die Bezirksverordnetenversammlung erwartet zwar, dass der Bezirk die Vorbereitung der Veranstaltung unterstützt, er soll sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Sollte dennoch ein finanzieller Aufwand nötig sein, müsse der Wirtschafts- und Haushaltsausschuss darüber informiert werden, heißt es in dem Beschluss.

Einzig die Piraten-Fraktion stimmten gegen den Antrag. Sie sind sich sicher, dass auf den Bezirk Kosten zukommen. Nach Einschätzung der Piraten kostet allein die Straßensperrung mehr als 100 000 Euro. Wer die Summe begleicht, sei nicht geklärt. Dass sich die Gewerbetreibenden in der Schloßstraße daran beteiligen, stehe nicht fest. Die Bereitschaft - geschweige denn Interesse - können die Piraten nicht erkennen. Der Fraktionsvorsitzender Eric Lüders fordert, zuerst ein Verkehrskonzept für das Gebiet der Schloßstraße zu entwickeln. Alles andere sei nur teurer Aktionismus auf Kosten der Anwohner und Besucher. "Es ist nicht ersichtlich, wofür so viel Geld ausgegeben werden soll. Außer dafür, eine der bekanntesten Straßen Berlins noch bekannter zu machen. Wir halten dies für eine sinnlose Verschwendung und lehnen dies ab", betont Lüders.

Ob die ansässigen Geschäftsleute eine Sonntags-Veranstaltung in der Schloßstraße wollen und wie der Stand der Planungen ist, darüber soll das Bezirksamt den Ausschüssen bis zum 30. Juni Auskunft geben.


Karla Menge / KM
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