Die Berliner Woche blickt auf zwölf ereignisreiche Monat in Steglitz-Zehlendorf zurück

Der U-Bahnhof Thielplatz heißt seit dem Faharplanwechsel am 11. Dezember "Freie Universität (Thielplatz)". (Foto: Ulrike Martin)
 
Das Hundeverbot am Schlachtensee und an der Krummen Lanke führt immer wieder zu Streitigkeiten – auch vor dem Verwaltungsgericht Berlin. (Foto: Erna-Graff-Stiftung)
 
Im Februar startet das Stadtteilzentrum Steglitz das Projekt „wellcome“. (Foto: K. Rabe)
 
Im Januar werden die zwei Sporthallen in Steglitz zu Notunterkünften für Flüchtlinge. (Foto: K. Rabe)

Steglitz-Zehlendorf. Wieder geht ein bewegtes Jahr zu Ende. In ihrem Rückblick erinnern die Berliner-Woche-Reporterinnen Karla Rabe und Ulrike Martin an die wichtigsten Ereignisse im Bezirk.

Januar

Der FC Viktoria 1889 verpflichtet Rocco Teichmann als neuen Sportdirektor.

In Steglitz sind zwei Sporthallen zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert worden. In der Lessing-Sporthalle und der Schulsporthalle der Helene-Lange-Schule leben jeweils rund 200 Menschen.

Die Mehrheit der Bezirksverordneten stimmt für die Resolution „Ehe für alle“. Der Bezirk soll familienfreundlicher werden, unter anderem soll es künftig Stillräume geben.

Die neue Software für die Leo-Borchard-Musikschule führt zu einem Bearbeitungsstau, Honorare für die Dozenten werden verspätet gezahlt.
Der Sanierungsbedarf an den Schulen im Bezirk liegt bei 400 Millionen Euro. Für die Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung im September werden Bildungs- und Schulstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) und Immobilienstadtrat Michael Karnetzki (SPD) als Bürgermeisterkandidaten aufgestellt.
Das Verwaltungsgericht Berlin erklärt das Hundeverbot am Schlachtensee und an der Krummen Lanke für unzulässig.

Februar

Die Deutsche Bahn AG will Flächen entlang der Friedhofsbahn zwischen Wannsee und Stahnsdorf verkaufen. Die schwarz-grüne Zählgemeinschaft in der BVV will dies verhindern.

Das Bezirksamt startet ein Tagespflegeprojekt für besonders belastete und traumatisierte Kinder von asylsuchenden Eltern.
Die Zehlendorfer Laienspieltruppe „Schattenlichter“ führt mit „Frau Müller muss weg“ ihr 34. Theaterstück auf.

Die Erneuerung des Autobahnabschnitts zwischen der Anschlussstelle Spanische Allee und Landesgrenze soll 2017 starten.

In einem Protestbrief beklagen die Eltern der Giesensdorfer Grundschule die große Raumnot an der Schule. Aufgrund der eingeschränkten Raumkapazität werde die pädagogische Arbeit im Hort nahezu unmöglich, kritisieren die Eltern.

Die Gewerbetreibenden am Landweg in Lichterfelde Süd geben auf. Viele der alteingesessenen Betriebe müssen ihren Standort wegen des Neubauvorhabens auf der ehemaligen Parks Range verlassen.

Das Stadtteilzentrum Steglitz startet das neue Projekt Wellcome. Dabei erhalten Mütter gleich nach der Geburt unbürokratische Hilfe.

März

Nach einer aktualisierten Liste der Senatsverwaltung sollen in Steglitz-Zehlendorf insgesamt fünf Containerheime und Modulare Flüchtlingsunterkünfte (MUF) entstehen. Die Standorte im Altbezirk Steglitz sind an der Leonorenstraße, der Bäkestraße und auf dem Gelände des Bundesarchives an der Finckensteinallee.

Im Jugendamt herrscht Personalnot, 44 Stellen sind nicht besetzt. Bis Juli soll die alte Mitarbeiterstärke erreicht sein.

Jan Schreier und Adrian Peter übernehmen das Traditionslokal „Bolles Bootshaus“ am Großen Wannsee.

Der Stiftungsrat der Lotto-Stiftung unterstützt die Sanierung der Matthäus-Kirche mit 286.000 Euro aus Lottomitteln. Die Sanierung des einsturzgefährdeten Kirchturms ist nun gesichert.

Die Bäderbetriebe schränken die Öffnungszeiten der Schwimmhalle am Hüttenweg ein, sonnabends gibt es keinen öffentlichen Badebetrieb mehr.

Personalmangel im Sozialamt führte im Februar zu einer dreiwöchigen Schließzeit. Sozialstadtrat Frank Mükisch (CDU) macht dafür die Sparpolitik des Senats verantwortlich.

April

Nach jahrelanger Wartezeit beginnt Anfang April dieses Jahres der Ausbau der Hildburgerhauser Straße. Er beginnt am Lichterfelder Ring. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis 2018.

Der Platz vor dem Rathaus Lankwitz wird nach Hanna Renate Laurien (15. April 1928- 12. März 2010) benannt. Die CDU-Politikerin war von 1981 bis 1989 Schulsenatorin und von 1991 bis 1995 Präsidentin des Abgeordnetenhauses. Ihren letzten Lebensabschnitt verbrachte sie in Lichterfelde.

Sechs Monate vor den Berlin-Wahlen nominieren die Bündnisgrünen in Steglitz-Zehlendorf Maren Schellenberg als Spitzenkandidatin für die Bezirksverordnetenversammlung und Kandidatin für das Bezirksamt. Sie setzt sich auf der Mitgliederversammlung ganz knapp gegen die amtierende Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto durch.

Der Wohnungsmarktbericht 2015 der Investitionsbank Berlin zeigt: Im Südwesten ist nicht nur das Durchschnittsalter berlinweit am höchsten, sondern auch die Mieten mit auf höchstem Niveau.

Ein neues, saisonales Hundeverbot am Schlachtensee und an der Krummen Lanke sorgt erneut für Ärger. Ein Hundehalter kündigt juristische Schritte an. Wenig später gehen gehen zwei Eilanträge gegen die neue saisonale Hunderegelung beim Verwaltungsgericht Berlin ein.

Die Liebermann-Villa am Wannsee feiert zehnjähriges Bestehen als Museum.

Mai

Nach jahrelangem Leerstand tut sich was am Bierpinsel. Axel Bering wird neuer Geschäftsführer der Schlossturm GmbH und bereitet eine umfassende Sanierung vor. Einen Termin für den Baustart gibt es jedoch noch nicht.

In das Gebäude des ehemaligen Frauengefängnisses an der Söhtstraße zieht wieder Leben ein. Veranstaltungsmanager Jochen Hahn plant hier einen Ort für Kunst und Kultur.

In einer Versammlung stellt die Bürgerinitiative Zehlendorf ihre Pläne zum zweiten S-Bahn-Zugang Zehlendorf und Umgebung vor.

In der Flüchtlingsunterkunft Hohentwielsteig lernen die Bewohner, Fahrräder zu reparieren. Das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf feiert zweijähriges Bestehen.

Juni

Steglitz-Zehlendorf hat jetzt eine erste Fahrradstraße. Die Sedan- und die Lauenburger Straße wurden vom Bezirk umgewidmet.

Im Haus der Jugend Albert Schweitzer befindet sich jetzt offiziell die bezirkliche Jugendkunstschule. Die Stadträtinnen für Schule und Jugend Cerstin Richter-Kotowski und Christa Markl-Vieto unterzeichnen eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Wer die Schwimmhalle am Hüttenweg und das Sommerbad am Insulaner besucht, muss jetzt Parkgebühren zahlen, die Bäderbetriebe verpachten die Parkplätze.

Der Senat trifft eine Grundsatzentscheidung: Für den zweiten S-Bahnzugang Zehlendorf ist die Tunnellösung in Sicht.

Die Senatsverwaltung kündigt für den Spätsommer Bauarbeiten am Autobahnkreuz Kleeblatt Zehlendorf an.

Die Fürst-Donnersmarck-Stiftung feiert 100-jähriges Bestehen mit zwei Ausstellungen.

Juli

Bereits jetzt steht fest, dass der Bezirk mit einem Haushaltsdefizit von 7,8 Millionen Euro ins Jahr 2017 geht. Bis Ende März 2017 muss ein Ergänzungsplan vorgelegt werden, sonst droht die Haushaltssperre.

Auf der Sportanlage Sachtlebenstraße wird kein Rugbyfeld gebaut, der Lärm würde die Richtwerte überschreiten.

BVG und Senat einigen sich auf die Umbenennung des U-Bahnhofs Thielplatz in Freie Universität zum Fahrplanwechsel im Dezember.

Die beiden Montessori-Schulen Grundschule am Rohrgarten und Nikolaus-August-Otto-Oberschule bilden die erste Gemeinschaftsschule in Steglitz-Zehlendorf. Die Schule trägt jetzt den Namen Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule.

August

Laut aktuellem Kriminalitätsatlas 2015 lebt es sich im Südwesten am sichersten. In Steglitz-Zehlendorf gibt es die wenigsten Raubüberfälle.

Ein neuer Bücherbus wird durch Spenden ermöglicht. Er soll ab Winter die Haltestellen der Fahrbibliothek ansteuern.

Die neue Bürgerinitiative „Dahlemer Appell“ setzt sich für eine kulturelle Nachnutzung der Museen Dahlem ein. Das Museum für Asiatische Kunst und das Ethnologische Museum ziehen 2017 ins Humboldtforum, dann stehen die Gebäude leer.

Bei der Sanierung des Kirchturms der Matthäus-Kirche finden Bauarbeiter eine Kupferschatulle mit Zeugnissen aus der Vergangenheit. Darunter sind mehrere Hundert Millionen Mark der Reichsnotenbank – gut erhalten, aber wertlos.

Die Fahrbibliothek des Bezirks erhält einen neuen Bus. Spenden und die Bereitstellung von 450.000 Euro durch den Bezirk ermöglichen die notwendige Neuanschaffung.

September

Das Sozialkaufhaus „Rumpelbasar“ kann zwei weitere Jahre am Standort an der Goerzallee verbleiben. Der neue Eigentümer des Gebäudes zieht seine Kündigung zurück und stimmt quasi in letzter Minute einer erneuten Verlängerung der Nutzung zu.

Der Deutsche Bahnkundenverband fordert, die Stammbahn auf einem Teilstück im Südwesten schnellstmöglich zu reaktivieren.

Berlin hat gewählt und im Bezirk geht es zukünftig bunter zu. In der BVV sitzen nun neben CDU, Grünen und SPD auch Die Linke, die FDP und die AfD.

Pläne, an der Lissabonallee eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten, beunruhigen die Anwohner. Sie beklagen, nicht informiert worden zu sein. Am Postplatz wird ein neuer Wochenmarkt eingerichtet.

Der Kreisel hat nach fast zehnjährigem Leerstand wieder eine Perspektive. Nachdem der Senat bereits im Frühjahr dem Verkauf des Gebäudes an die CG Gruppe zugestimmt hat, gibt nun auch das Abgeordnetenhaus grünes Licht. Aus dem ehemaligen Büro-Hochhaus soll ein Wohnturm werden. Baustart soll im März 2017 sein.

Oktober

Das Diakoniewerk Bethel feiert das Richtfest für ein neues Seniorenzentrum an der Promenadenstraße. Das Haus soll künftig betagten Menschen Geborgenheit bieten.

Kronjuwelenhochzeit feiern Gerda und Kurt Bombich. Die beiden leben im Seniorenheim „Haus Sonne“ in Lichterfelde und sind seit 75 Jahren glücklich verheiratet.

Der Rück- und Neubau der Brücke über die Bundesautobahn A 115 hat begonnen.

Die Domäne Dahlem feiert 40-jähriges Bestehen als Museum und Landgut.

Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) geht in Pension. Im Interview mit der Berliner Woche spricht er über seine Pläne im „Unruhestand“.

Im Altbezirk Zehlendorf steigt mit Beginn der dunklen Jahreszeit die Zahl der Wohnungseinbrüche. Der Polizeiabschnitt 3 informiert, wie sich die Bürger effektiv davor schützen können.

November

In Steglitz wird die ehemalige Bowlingbahn am Selerweg nach jahrelangem Leerstand abgerissen. Die H&R Grundstücksgesellschaft will hier 46 Mietwohnungen bauen.

Fahrgäste am S-Bahnhof Zehlendorf ärgern sich darüber, dass sie Treppen steigen müssen. Die Reparatur des Fahrstuhls dauert länger als vorgesehen.

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wählt ein neues Bezirksamt. Die SPD-Stadtratskandidatin Franziska Drohsel fällt als einzige Kandidatin durch. Die BVV-Fraktionen der CDU, FPD und AfD lehnen die Politikerin ab. Als Grund wird die Vergangenheit der Politikerin ins Feld geführt: Vor über zehn Jahren gehörte sie der als linksextrem geltenden Roten Hilfe an.

Der Friedhof Zehlendorf erhält endlich eine richtige Glocke.

Die Stifte-Sammelaktion für den achtjährigen Lucas, der an einer seltenen genetischen Erkrankung leidet, war erfolgreich: Das Geld für einen Delfintherapie kam zusammen.

Kurz vor dem Umzug der Museen Dahlem wird der 20.und letzte Markt der Kontinente veranstaltet.

Dezember

Das Anti-Atombündnis hat Beschwerde beim Petitionsausschuss des Bundestages eingelegt. Sie betrifft den Forschungsreaktor BER II in Wannsee. Das Bündnis fordert ein aktuelles Gutachten zur Reaktorsicherheit.

Der 96-jährige Candy-Bomber Gail S. Halvorsen besucht die nach ihm benannte Schule in Dahlem.

Ex-Rias-Moderator Nero Brandenburg freut sich, dass in Nikolassee ein Platz nach Günter Pfitzmann benannt wird. Brandenburg hatte sich jahrelang dafür eingesetzt.

Der Regionalforscher Dirk Jordan fordert, dass Schlachtensee ein eigenständiger Ortsteil wird.

Seit 11. Dezember ist es offiziell: Die U-Bahnstation Thielplatz heißt jetzt Freie Universität (Thielplatz).

Vier Schüler der evangelischen Schule werden zu Schülerbischöfen berufen. Zwei Monate dauert ihre Amtszeit, in der sie sich für mehr Verständnis zwischen Jung und Alt einsetzen wollen.

Einen ganz besonderen Gast erleben die Jungen und Mädchen der vierten Jahrgangsstufe an der Sachsenwald-Grundschule: Jutta Maltusch (104 Jahre alt) besucht die Schule, die früher einmal ihr Lyzeum war.

KaR uma

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