Vom Bürgermeister zum Bienenkönig: Norbert Kopp geht in Pension

Norbert Kopp (62) war über 30 Jahre in der Bezirkspolitik tätig. Jetzt wird er in den Ruhestand geschickt. (Foto: K. Menge)

Steglitz-Zehlendorf. Nach zwei Legislaturperioden und 31 Jahren in der Bezirkspolitik legt Norbert Kopp (CDU) mit der Neuwahl des Bezirksamtes seine Amtsgeschäfte nieder. Ganz freiwillig geht er nicht. Im Interview mit Berliner-Woche-Reporterin Karla Menge erklärt er, warum er sich auf seinen Ruhestand freut, was er macht und wo er sich engagieren wird.

Herr Kopp, seit wann sind Sie in der Bezirkspolitik aktiv?

Norbert Kopp: Seit 1985. Angefangen habe ich als Bürgerdeputierter, 1991 bin ich dann in die BVV nachgerückt. Von 1992 bis 1995 stand ich der CDU-Fraktion in der Steglitzer BVV vor. Dann, 1995, wurde ich zum Baustadtrat gewählt, nach der Bezirksfusion war ich Stadtrat für Bildung, Kultur und Sport. Seit 2006 bin ich Bezirksbürgermeister.

Was waren Ihre größten Erfolge?

Norbert Kopp: Als Baudezernent konnte ich nach dem Abzug der amerikanischen Truppen 1995 insgesamt 13 Kleingartenkolonien absichern. Als weiteren Erfolg sehe ich die Ansiedlung von OBI an der Goerzallee. Das Vorhaben hatte anfangs seine Gegner. Aber im Nachhinein war es eine richtige Entscheidung.

    In meinem Amt als Bürgermeister konnte ich die Steglitzer Festwoche langfristig absichern und das Fest ohne Grenzen auf die Beine stellen. Ein großer Erfolg für mich ist auch, dass endlich das Technologie- und Gründerzen-trum in trockenen Tüchern ist. Das B-Plan-Verfahren hierfür ist auf einem guten Weg. Im nächsten Jahr soll der erste Spatenstich vollzogen werden. Ein Gewinn für den Bezirk ist mit Sicherheit auch die Etablierung des Regionalmanagements Berlin Südwest.

Es gab doch sicher auch Misserfolge?

Norbert Kopp: Da fällt mir sofort das Sarazenu-Projekt ein. Die energetische Sanierung des Rathauses Zehlendorf auf Nullheizenergieniveau sollte eigentlich ein Leuchtturmprojekt werden. Doch es scheiterte schon in der Planungsphase an den stets steigenden Kosten. Das war wohl eine Nummer zu groß.

Wie erklären Sie sich die Wahlschlappe für die CDU Steglitz-Zehlendorf?

Norbert Kopp: Der große Verlust von elf Prozent war meiner Meinung nach hausgemacht und ist begründet in der verfehlten Personalpolitik der Landes-CDU. Ich hätte gern die gesamte kommende Legislatur noch weitergemacht. Bekanntermaßen wurde ich nicht mehr aufgestellt und statt meiner soll Cerstin Richter-Kotowski Bürgermeisterin werden. Ich glaube, das haben die Bürger übel genommen. In vielen Gesprächen habe ich erfahren, dass die Bevölkerung es gern gesehen hätte, wenn ich weitergemacht hätte.

Gibt es für Sie ein Leben ohne Politik?

Norbert Kopp: Natürlich. Das Leben geht weiter. Ich werde in der CDU bleiben und mich als nächstes im Bundeswahlkampf engagieren und hier Karl-Georg Wellmann unterstützen. Außerdem werde ich mich in meinem Ortsverband Südende weiter engagieren.

Jetzt haben Sie auch viel Zeit für Hobbys ...

Norbert Kopp: Genau. Ich habe jetzt einen Kleingarten in der Kolonie am Ostpreußendamm. Hier kann ich mich ausgiebig meinem Hobby widmen und Gemüse anbauen. Hochbeete und Gewächshaus stehen schon. Außerdem habe ich eine Imkerausbildung gemacht und bin Herr über ein Bienenvolk. Im nächsten Jahr sollen vier Völker dazu kommen. Seit diesem Jahr arbeite ich im Vorstand des Vereins für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Außerdem möchte ich mich stärker im Städtepartnerschaftsverein und in meiner Kirchengemeinde engagieren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Bezirks?

Norbert Kopp: Ich hoffe, dass die Haushaltssituation ins Reine kommt. Im nächsten Jahr wird der Etat mit acht Millionen Euro im Minus sein. Das ist das erste Mal, das der Bezirk in dieser Situation ist. Grund dafür ist die Aufhebung der Haushaltssperre, obwohl die beiden Stadträtinnen nicht bereit waren, für einen ausgeglichenen Haushalt in ihren Bereichen zu sorgen.

Ich hoffe und wünsche auch, dass die Bezirke finanziell besser ausgestattet werden und somit der Sanierungsstau an den Schulen abgebaut wird. Insgesamt wünsche ich mir, dass sie die Bevölkerung weiterhin in ihrem Bezirk wohlfühlen möge.
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