„Wir lassen uns nicht in die rechte Ecke stellen“

Holger Holzschuher, Initiator der Bürgerinitiative "Parkleonore". (Foto: K. Rabe)

Steglitz. Gegen die vom Senat geplanten mobile Flüchtlingsunterkunft (MUF) auf dem Gelände an der Leonorenstraße gibt es Widerstand. Berliner-Woche-Reporterin Karla Rabe sprach mit dem Initiator der Bürgerinitiative „Parkleonore“, Holger Holzschuher.

Herr Holzschuher, warum ist Ihnen der Erhalt der Grünanlage so wichtig?

Holger Holzschuher: Es handelt sich hier um einen über hundert Jahre alten Park mit geschützten alten Bäumen. Wir wollen das sinnlose Abholzen von über 100 alten und schützenswerten Bäumen nicht hinnehmen. Außerdem handelt es sich bei der Anlage um jüdisches Kulturerbe. Der jüdische Sanitätsrat James Fraenkel legte 1907 den Park um die damalige Berliner Heilanstalt an. Eine Gedenktafel erinnert daran.

Sie wollen den Park erhalten und die Unterkünfte auf dem Gelände. Ihre Initiative richtet sich demnach nicht gegen die Flüchtlinge?

Holzschuher: Wir sagen klar JA zu den Unterkünften aber auch: Hände weg vom Park. Denn es gibt Alternativen, auf dem Gelände Unterkünfte zu bauen, ohne den Park anzutasten. Die haben wir auch dem Senat aufgezeigt. Offensichtlich versucht man, uns in die rechte Ecke zu stellen und so unsere Einwände zu übergehen.

Welche Alternativen sind das?

Holzschuher: Auf dem Gelände befinden sich mehrere zum Teil ungenutzte Gebäude. Die könnten um- und ausgebaut werden. Eine andere Alternative wäre der Abriss dieser Gebäude. Als Letztes gäbe es auch noch die Variante, das geplante Bauvolumen deutlich zu reduzieren, um so den alten Baumbestand zu retten.

Der Senat hat angekündigt, einen Teil der Anlage und 220 Bäume zu erhalten. Das ist für Sie keine Option?

Holzschuher: In den Planungsunterlagen ist nicht erkennbar, dass noch etwas vom Park erhalten bleibt. Es müssen ja auch Flächen für die Bauphase vorgehalten werden, wo beispielsweise Baumaterialien und Maschinen gelagert werden.

Der Bezirk unterstützt die Initiative und will keine Fällgenehmigung erteilen. Doch dann ist zu befürchten, dass der Senat das Verfahren an sich zieht. Was dann?

Holzschuher: Wir haben viele Unterstützer, unter anderem den BUND und NABU. Letzteren wollen wir in dem Fall bitten, uns juristischen Beistand zu leisten. Wir hoffen, dass Experten das Verfahren stoppen können bis alle Alternativen zum Erhalt des Parks geprüft worden sind.
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