100 Jahre Sophienhaus: Vom Krankenhaus zum Pflegeheim

Das Sophienhaus feiert am 9. Oktober das 100-jährige Bestehen. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Am 9. Oktober 1913 als Krankenanstalt "Ebenezer" vom evangelisch-methodistischen Bethanien-Verein Norddeutschland eröffnet, hat das Sophienhaus in der Paulsenstraße eine wechselvolle Geschichte erlebt.

Das "Ebenezer" war die erste Berliner Belegklinik mit freier Arztwahl. Als das Haus in der Paulsenstraße errichtet wurde, war Steglitz noch ein Vorort Berlins. Ärzte und Patienten taten sich schwer, für stationäre Behandlungen bis vor die Tore der Stadt zu kommen. Das änderte sich nach dem Ersten Weltkrieg. Von September 1914 bis Februar 1919 war das Ebenezer ein Lazarett. 1919 kam eine Röntgenabteilung hinzu und in den 1930-er Jahren wurde eine Entbindungsstation eingerichtet. Zeitweise praktizierten im Krankenhaus bis zu 50 Ärzte aus den unterschiedlichsten Fachbereichen gleichzeitig. Unter den Nazis geriet das Haus wegen seines aus dem Hebräischen stammenden Namens in die Kritik. Ebenso der biblische Name "Bethanien". Schließlich gaben die Diakonissen dem äußeren Druck nach und nannten die Klinik 1941 in "Sophienkrankenhaus" um. Mit diesem Namen sollte an die Persönlichkeit der Diakonisse Sophie Hurter erinnert werden, die von 1883 bis 1894 in Berlin gewirkt hatte. Nach 1980 wurde aus dem Sophienkrankenhaus ein Krankenheim und 1997 ein Pflegeheim. Anstelle des bisherigen Schwesternwohnheims wurde ein moderner Neubau errichtet, der 2002 bezogen wurde. Zur gleichen Zeit entstand auf dem Gelände eine Seniorenresidenz für Betreutes Wohnen. Der ehemalige Krankenhauskomplex wurde saniert und in Senioren-Wohnungen umgewandelt. 2003 eröffnete eine Seniorentagesstätte. Außerdem siedelten sich mehrere Arztpraxen und eine Physiotherapie-Praxis an.

Das Sophienhaus gehört zur Agaplesion Bethanien Diakonie. Die gemeinnützige GmbH ist seit 125 Jahren in Berlin in der Alten- und Krankenpflege tätig.


Karla Menge / KM
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