Anwohner übernehmen die Pflege öffentlicher Günanlagen

Trostloser Anblick: Übervolle Papierkörbe und Müll in Grünanlagen. (Foto: privat)

Steglitz. Die Pflege der Parks und Plätze lässt zu wünschen übrig. Das Grünflächenamt hat kein Geld und zu wenig Personal. Das ist bekannt. Doch engagierte Bürger, die nun selbst Hand anlegen, fühlen sich vom Amt im Stich gelassen.

Brigitte Groot ist oft vormittags im Ruth Andreas Friedrich-Park am Fichtenberg anzutreffen. Nicht zur Erholung, denn der Park lädt dazu nicht wirklich ein. "Als der Park vor Jahren neu angelegt wurde, war es wirklich eine sehr schöne Anlage. Hier konnte man sich wohlfühlen", sagt sie. Jetzt sei er total verwildert, überall liege Müll herum, die wenigen Papierkörbe übervoll, erläutert die Anwohnerin. "Das Grünflächenamt macht nichts", sagt sie. Deshalb hat sie in den vergangenen Tagen gemeinsam mit anderen Anwohnern die wilden Brombeeren entfernt, Sträucher beschnitten und Rosenbeete freigelegt. Auch den Müll beseitigt sie regelmäßig. Am meisten ärgert sie sich, dass das Bezirksamt nun gar nichts mehr zu tun scheint. Die Säcke mit Laub, Astresten und Müll werden nicht abgeholt, die Müllbehälter selten geleert. "Wir können doch nicht alles machen."

Die Parkanlage auf dem Fichtenberg ist nicht das einzige Negativbeispiel. "Der Zustand der Anlage ist typisch für Steglitz", sagt Stephani Bahlecke, Mitglied der Kiezinitiative Steglitz (KiS). Ähnlich schlimm sieht der Ahornplatz aus oder der kleine Park an der Schwartzschen Villa und die Grünanlage hinter dem Einkaufszentrum Forum. Keiner der Parks in Zehlendorf oder Dahlem sähe so schlimm aus. Die Grünflächen in ihrem Ortsteil bezeichnen die beiden Frauen als besonders vernachlässigt.

Sicher gäbe es in Zehlendorf Anlagen, die gepflegter aussehen, erklärt Monika Osteresch, Leiterin des Grünflächenamtes. Das habe jedoch mit dem Aufwand zu tun. "In Dahlem haben wir Parks mit großen Rasenflächen. Die sind einfacher zu pflegen." Die Parks in Steglitz besuchten viel mehr Menschen. Mehr Besucher verursachten auch mehr Schäden und mehr Müll.

Den Vorwurf, das Grünflächenamt würde die gesamte Verantwortung an die Bürgerinitiative abwälzen, weist Osteresch von sich. "Natürlich holen wir die Säcke ab. Das machen wir innerhalb der regulären Touren und das funktioniert auch", versichert die Amtsleiterin. Einmal in der Woche seien die Mitarbeiter in den Parks und Plätzen unterwegs. Allerdings könnten sie nicht sofort nach Anruf ausrücken und die Sachen abholen. "Dazu haben wir gar nicht das Personal." Derzeit leide die Arbeit im Grünflächenamt ohnehin aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle. "Wir haben zusätzlich eine externe Firma mit der Müllbeseitigung beauftragt. Doch die Verträge laufen erst ab April", erklärt Osteresch und wünscht sich, dass Parkbesucher, ihren Müll in den Abfallkörben entsorgen.


Karla Menge / KM
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