Beethoven-Oper ist die letzte Inszenierung im Stadtbad

Gefängniswärter Rocco (Hansjörg Schnass) und Fidelio (Ilona Nymoen). (Foto: Bert Löwenherz)

Steglitz. In der Schwimmhalle des Stadtbad Steglitz laufen die Proben zur Oper "Fidelio" von Ludwig van Beethoven. Am 7. August ist Premiere. Bis 1. September gibt es Aufführungen. Danach wird das Stadtbad umgebaut.

Noch will die Besitzerin des Stadtbades, Gabriele Berger, mit ihren Plänen für das Stadtbad nicht in der Öffentlichkeit gehen. Sie wolle erst etwas bekannt geben, wenn alle Verträge unterschrieben sind, sagte sie der Berliner Woche. Doch eines ist sicher: Die Schwimmhalle wird nie wieder als Theaterkulisse genutzt werden. Schon jetzt sind große Veränderungen zu bemerken: Die Umkleidekabinen sind herausgerissen, an den Säulen ist zum Teil der Putz entfernt worden, so dass die Stahlträger freigelegt sind. Der Raum ist kaum wiederzuerkennen. "Die Halle hat jetzt etwas Brachiales", sagt Hausregisseur Stefan Neugebauer. "Ich habe mir überlegt, was für ein Stoff in diese Kulisse, die jetzt irgendwie Gewalt ausstrahlt, passen könnte." Beethovens Befreiungsoper schien ihm dafür geeignet, denn Fidelio spielt ja in einem Gefängnistrakt. Hier wird Florestan widerrechtlich von Don Pizarro gefangen gehalten. Seine Frau Leonore will ihn befreien. Dazu hat sie sich in einen Mann verkleidet - Fidelio - und sich bei Kerkermeister Rocco eingeschleust. Die Tochter des Kerkermeisters verliebt sich jedoch ausgerechnet in Leonore alias Fidelio und Leonore ist gezwungen, ihre wahren Neigungen zu verleugnen. Sie befürchtet, sonst die Sympathien des Kerkermeisters zu verspielen. Doch der soll sie zu Florestan bringen.

Pizarro hält seinen Widersacher in Einzelhaft, da er ihn als politischen Häftling aus dem Weg räumen möchte. Als der zuständige Minister Don Fernando eine Inspektion ankündigt, versucht Pizzaro Florestan zu töten. Leonore gibt sich zu erkennen, um Florestan zu retten. In diesem Moment erscheint der Minister und Pizarro ist entlarvt.

Inhaltlich spielt die Oper auf heutige Verhältnisse an. "Das Stück könnte in jeder Diktatur spielen. Es könnte in Guantanamo sein, könnte aber auch die stummen Proteste gegen die türkische Regierung thematisieren. Letztlich ist es dem Zuschauer überlassen, wir er das Stück interpretiert", sagt Regisseur Stefan Neugebauer.

Bis zum 1. September gibt es 13 Vorstellungen Mi, Fr, Sa um 20 Uhr. Die Karten kosten 34 Euro, ermäßigt 26 Euro, erhältlich unter 54 77 31 18 oder 79748028. Infos auch auf www.stadtbad-steglitz.de.

Karla Menge / KM
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