Bezirk gedachte der Pogrome von 1938

Abscheu und Entsetzen über das, was geschah. Bürgermeister Norbert Kopp sprach am Sonntag vor der Spiegelwand zum 75. Jahrestag der Pogrome. (Foto: M. Schmidt)

Steglitz-Zehlendorf. Bürger und Vertreter des Bezirks haben am Wochenende, 9. und 10. November, der Verfolgung und Ermordung jüdischer Berliner vor 75 Jahren gedacht.

In der Clayallee 323 polierten Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) und Superintendent Johannes Krug vom Kirchenkreis Teltow am Sonnabend den Stolperstein für Hilda Ehrke an der Ecke zur Scharfestraße. Die 1887 in Wien als Hilda Hoffmann Geborene war am 23. Januar 1943 von Berlin in das KZ Ravensbrück verschleppt und am 29. März des gleichen Jahres in Auschwitz ermordet worden.Der Stolperstein zu Ehren Ehrkes, deren Schwiegertochter Eva-Maria Ehrke bei der Zeremonie dabei war, ist einer von 140 in Zehlendorf.

In der Nacht zum 10. November 1938 waren jüdische Menschen drangsaliert, verhaftet und getötet, ihre Synagogen geschändet und gebrandschatzt worden. Auch zahlreiche jüdische Geschäfte in Steglitz und Zehlendorf fielen damals dem organisierten Terror zum Opfer. Von dem Tag an gab es keinerlei Sicherheit mehr für Juden in Deutschland. Wegen der zertrümmerten Scheiben verharmlosten die Nationalsozialisten die Aktionen der entfesselten Niedertracht als "Kristallnacht."

Am Sonntag sprach Bürgermeister Norbert Kopp "von Trauer, Entsetzen und Scham", die heutige Deutsche in Erinnerung an die damaligen Geschehnisse erfülle. Nach dem Gesang des Gebets "El male Rachamim (Barmherziger Gott)" durch den angehenden Kantoren Assaf Levitin legten Kopp und Bezirksverordnetenvorsteher René Rögner-Francke (CDU) an der Spiegelwand am Hermann-Ehlers-Platz einen Kranz nieder.


Martinus Schmidt / mst
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