Bezirks-Gartenbauer stehen ohne Arbeitsgeräte da

Verkehrssicherheit und Kronenpflege: 15 000 Bäume im Bezirk müssen vor dem Frost gestutzt werden. (Foto: M. Schmidt)

Steglitz-Zehlendorf. Durch wiederholten Diebstahl von Kettensägen erlitt der Bezirk bereits Schäden in fünfstelliger Höhe. Die Baumpfleger stehen ohne Arbeitsgeräte da.

Insgesamt acht Mal wurde nach Angaben des Gartenbauamtes in sechs verschiedene "verschlossene Geräteräume" eingebrochen. "Unsere Leute können nicht arbeiten, weil ihre Maschinen gestohlen wurde", beklagt Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) den Zustand. Seit Juni verschwanden bei Einbrüchen in Stützpunkte der Baumkolonne und in das Lager des Tiefbauamtes Motorsägen und Zubehör im Wert von rund 70 000 Euro.Gerade die dortige Baumkolonne traf es nach Angaben von Grünflächen-Gruppenleiter Olaf Kurtz wiederholt. So wurden wertvolle Stihl-Sägen (Stückpreis rund 1600 Euro) drei Mal hintereinander entwendet. Versichert ist das Amt dagegen nicht. "Die Geräte mussten wir aus eigenem Topf wiederbeschaffen", sagt der 63-Jährige. "Wir dürfen keine Versicherung abschließen", erläutert Amtsleiter Martin Müller-Ettler. Nach seinen Worten kam der Kettensägenklau auch in anderen Bezirken vor. Um arbeitsfähig zu bleiben, habe das Grünflächenamt sofort Sägen nachgekauft, bis das Geld alle war. Denn die Arbeiten an den gut 63000 Kiefern, Eichen, Rubinien, Linden und Weiden in Steglitz-Zehlendorf müssen noch vor dem Frost abgeschlossen sein. So sollen 500 Straßenbäume und etwa 1000 weitere in den Parks des Bezirks "aus Gründen der Verkehrssicherheit und zur Kronenpflege" gestutzt werden, sagt Gruppenleiter Kurtz.

Für die Bäume am Rande der Chausseen sind nach seinen Angaben elf Mitarbeiter zuständig, 15 weitere kümmern sich um das Gehölz in den Parkanlagen. "Auch haben wir Fremdfirmen beauftragt, die dann kontrolliert werden müssen", so der Landschaftsplaner.

Doch die zahlreichen Arbeiter von außerhalb, darunter auch MAE-Kräfte, die als "Ein-Euro-Jobber" von der Arbeitsagentur verpflichtet wurden, erhöhen nach Meinung von Experten auch das Risiko, Einblicke in die Aufbewahrungsräume der Sägen, Bohrhammer, Winkelschleifer und Heckenscheren zu bekommen, die seit Juni gestohlen wurden. "Seitdem wir viele fremde Leute auf unseren Grundstücken haben, nahmen die Diebstähle zu", beklagt Kurtz.

Doch Hoffnung auf Besserung gibt es auch. Denn der Bezirk schafft laut Müller-Ettler jetzt "zwei gut verschließbare Überseecontainer an. Die sollen einbruchsicher sein."


Martinus Schmidt / mst
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