Braun und Wellmann streben eine Kandidatur für Bundestag an

Steglitz-Zehlendorf. Am 28. September werden die Vertreter der elf Ortsverbände des CDU-Kreisverbandes Steglitz-Zehlendorf auf ihrer Wahlkreisvertreterversammlung ihren Kandidaten für den Deutschen Bundestag nominieren. Zwei Politiker haben ihren Hut in den Ring geworfen: der Kreisvorsitzende und Elf-Tage-Senator Michael Braun (56) und der Bundestagabgeordnete Karl-Georg Wellmann (59).

Karl-Georg Wellmann, Anwalt und Notar, gehört dem Deutschen Bundestag seit 2005 an und möchte es noch einmal wissen. "Ich habe sehr viel Zuspruch in der Partei und auch in der Bevölkerung erfahren", sagte er der Berliner Woche. Er gehe von einer Mehrheit aus.Norbert Kopp, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Steglitz-Zehlendorf und Bezirksbürgermeister hat sich bereits öffentlich für Wellmann ausgesprochen. "Ich halte Karl-Georg Wellmann auch angesichts der Vorgeschichte von Michael Braun für den besseren Kandidaten." Wellmann habe es verstanden, sich bei den vergangenen Wahlen erfolgreich durchzusetzen und kümmere sich "hervorragend um die Probleme der Bürger, was insbesondere bei der Flugroutendiskussion" deutlich geworden sei.

Michael Braun, Mitglied des Abgeordnetenhauses, ebenfalls Anwalt und Notar, sieht sich durch den Präsidenten des Landgerichts und die Staatsanwaltschaft in der Schrottimmobilienaffäre "völlig rehabilitiert" und sucht eine neue politische Herausforderung. Die Aufstellung zweier Kandidaten ist für ihn ein "ganz normalen Vorgang in einer Demokratie". "Herr Wellmann und ich haben unterschiedliche politische Profile. Wellmann steht für Außenpolitik. Mein politisches Terrain sind Großstädte und die damit verbundenen Probleme und Sorgen der Bürger. Beides ist wichtig. Letztendlich wird unser Kreisverband über die Nominierung eines Kandidaten befinden, und wir werden dann geschlossen den nominierten Bundestagskandidaten unterstützen."

Eine mögliche Kampfkandidatur zwischen Braun und Wellmann mit all ihren negativen Begleiterscheinungen im größten CDU-Kreisverband würde Landeschef und Innensenator Frank Henkel denkbar ungelegen kommen. Hatte er doch das CDU-Schiff nach ewigen Querelen im Südwesten Berlins wieder in ruhiges Fahrwasser navigiert und der Partei damit wieder zu Regierungsverantwortung verholfen.


Michael Kahle / m.k.
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