Busbahnhof am Steglitzer Kreisel gesperrt

Steglitz. Chloride sind Verbindungen des chemischen Elements Chlor. Es kann sich mit Metallen, Halb- oder Nichtmetallen verbinden. Das bekannteste Chlorid ist das Koch- oder Speisesalz. Chlorid ist schuld, dass der Busbahnhof unter dem Steglitzer Kreisel gesperrt ist.

Ein Deckenfeld über dem Verbindungsgang zwischen U- und S-Bahn habe eine zu hohe Belastung mit dem Salz, erläutert Heike Müller, Mitarbeiterin der Pressestelle der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf Anfrage.

Chlorid kann bekanntlich Korrosionen auslösen. Im schlimmsten Fall bricht der betroffene Deckenabschnitt durch. Deshalb hat die BVG in Abstimmung mit der technischen Aufsichtsbehörde den Busverkehr unter dem Kreisel vorsorglich eingestellt. "Eine Gefahr für die übrigen Nutzer des Areals besteht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht", versichert Heike Müller.

Wie standsicher das betroffene Deckenfeld noch ist, welche Reparaturen möglicherweise notwendig sind, müssen weitere statische Untersuchungen klären. Solange bleibt der Bushafen gesperrt. "Ein genauer Termin der Wiedereröffnung hängt von den Ergebnissen ab", heißt es bei den Verkehrsbetrieben. Nur über eine magere, Sechs-Zeilen-Pressemitteilung an die Medien hatte die BVG am 22. November indirekt die Öffentlichkeit über die Schließung des Busbahnhofs und die Verlegung der Bushaltestellen informiert. "In Vorbereitung auf Bauarbeiten zur Grundinstandsetzung des U-Bahnhofes Rathaus Steglitz und damit verbundenen Statikmessungen", wurde als angeblicher Grund genannt.

In der letzten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung vor den Weihnachtsferien am 11. Dezember hatte daraufhin Dominic Stingl in einer Kleinen Anfrage an das Bezirksamt diese Informationspolitik der Verkehrsbetriebe kritisiert. "Warum wird die Öffentlichkeit im Dunkeln gelassen", fragte der SPD-Verordnete.

Derweil ist für Fahrgäste die Situation an den Ausweichstationen mehr als misslich. Bis zu fünf Busse halten hier gleichzeitig. Unterstellmöglichkeiten bei Wind und Wetter sind in nur ungenügender Zahl vorhanden. Hinweise zu den provisorischen Haltestellen sind spärlich und gerade einmal DIN A 4-Heft groß. "Die BVG beobachtet die Situation ständig", sagt Heike Müller. Sollte der Busbahnhof wegen Sanierungsarbeiten länger gesperrt bleiben müssen, würden die Verkehrsbetriebe in Abstimmung mit dem Bezirksamt "die Wartehallensituation anpassen."


Karen Noetzel / KEN
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