Dillan-Stiftung unterstützt zwei Handwerkslehrlinge

Bürgermeister Norbert Kopp (m.) und Vertreterinnen der Ausbildungsträger mit Adilson Isuelelo (2.v.l.) und Felix Montag (2 v.r.). (Foto: K. Menge)

Steglitz-Zehlendorf. Die jungen Männer sind 23 und 18 Jahre alt und befinden sich derzeit in Ausbildung. Beide haben das Ziel, ihre Handwerkslehre so gut wie möglich abzuschließen. Sie arbeiten mit Ehrgeiz und Fleiß daran. Das Stipendium der Dillan-Stiftung soll ihnen dabei helfen und gleichzeitig Anerkennung sein.

So unterschiedlich ihre Lebensläufe sind, eines haben sie gemeinsam. Für Adilson Isuelelo und Felix Montag ist es nicht einfach, die Ausbildung zu schaffen.

Adilson Isuelelo wurde 1990 in Angola geboren. Mit zwölf Jahren flüchtete er allein nach Deutschland. Nach dem Schulabschluss begann er eine Tischlerlehre. In dieser Zeit wurde seine Tochter geboren. Er brach die Lehre ab und kümmerte sich als alleinerziehender Vater um sein Kind.

Ausbildung und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen ist auch jetzt nicht leicht. Dennoch will er seine jetzige Ausbildung beim Wohnwerkstatt e.V. zum Teilezurichter mit gutem Ergebnis abschließen. Mit dem Stipendium wird ihm dies leichter fallen. Ein Jahr lang erhält er 100 Euro pro Monat. "Ich werde als erstes das Zimmer für meine Tochter einrichten", freut er sich.

Felix Montag ist 18 Jahre alt und in Steglitz geboren. Derzeit macht er eine Tischlerlehre beim Ausbildungswerk Kreuzberg e.V. Nach der 9. Klasse hatte er die Schule abgebrochen und später knapp den Hauptschulabschluss geschafft. Er sei auf die schiefe Bahn geraten, sagt er. Aber jetzt ist er mit großem Ehrgeiz dabei, sein Leben in den Griff zu bekommen. Nach der Lehre würde er am liebsten als Restaurator arbeiten. Mit dem zusätzlichen Geld möchte er vor allem sein Hobby finanzieren. Felix spielt Fußball in einem Verein.

Die jungen Männer erfüllen passgenau die Kriterien, um von der Stiftung bedacht zu werden. Sie haben kein leichtes Leben, engagieren sich jedoch trotz finanzieller Notlage zielstrebig in ihrer Ausbildung zum Handwerker. Es gibt offenbar wenige, auf die alle drei Faktoren zutreffen. "Manchmal haben wir Not, das Geld an den Mann zu bringen", sagt Manuel Kühnert, der im Bezirk die Stiftungen verwaltet.

In diesem Jahr seien es mit sieben Antragstellern "erstaunlich viele gewesen", so Kühnert. Entsprechend schwierig war es, die Auswahl zu treffen, erklärt Bürgermeister Norbert Kopp (CDU). Bisher hätte man aber immer die Richtigen ausgewählt, denn in den 57 Stiftungsjahren hat noch jeder Stipendiat seine Ausbildung erfolgreich beendet.

Die Stiftung wurde 1957 ins Leben gerufen. Sie geht auf die testamentarische Verfügung des 1956 verstorbenen Bankiers Ernst Dillan zurück. Das Stiftungsvermögen von 100 000 D-Mark sollte nur zur Förderung strebsamer, mittelloser, junger Menschen in den ersten Jahren ihrer Ausbildung für einen Handwerksberuf verwendet werden.


Karla Menge / KM
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