Geschäftsleute übernehmen Management der Schloßstraße

Sitzgelegenheiten zum Ausruhen sind rar auf der Einkaufsmeile. Vereinzelt sorgen Geschäftsinhaber selber dafür. Hier ist der Bezirk gefordert. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Im Oktober 2009 startete der Bezirk das Projekt Schloßstraßen-Management. Ziel war es, der einst beliebten Einkaufsmeile im Südwesten Berlins wieder zu mehr Attraktivität zu verhelfen. Das Projekt endet am 30. September.

Ihren vorderen Rang in der Beliebtheitsskala der Berliner Einkaufsstraßen hat die Schloßstraße trotz des Projekts nicht wieder erreicht. Im Gegenteil. Immer noch überlässt die Schloßstraße dem Kudamm, Alexanderplatz, Tauentzien die Spitze und landet sogar noch hinter Wilmersdorfer Straße, Friedrichstraße und der Carl-Schurz-Straße in Spandau auf Rang 7. Ist das Projekt damit gescheitert?Projektleiterin Regina Ross sagt nein. "Es sind viele neue Ideen eingebracht worden und auch das Bewusstsein der Geschäftsleute und Anrainer, mehr zusammenzuarbeiten, ist gestiegen. Es gibt viel neues Grün, mehr Blumentöpfe und Sitzgelegenheiten sowie an jeder Einmündung in eine Seitenstraße eine Info-Stele, die auf die kleinen Geschäfte in diesen Straßen hinweist. Ich finde, es kommt Atmosphäre in die Straße", schätzt Regina Ross ein. Ein weiterer Erfolg sei die Gründung des Vereins "Schloßstraße hat es", der nach Abschluss des Projektes die Zügel selbst in die Hand nimmt.

Regina Ross gibt aber auch zu, dass nicht alle Ziele des Projektes umgesetzt werden konnten. "Es gibt unheimlich viele Filialisten in der Straße. Es ist schwer, gegen diese ferngelenkten Unternehmen anzukommen und sie ins Boot zu bekommen", sagt sie.

Vielleicht war das auch ein Manko, dass die Jury des Bundeswettbewerbs Entente Florale gesehen hat. Der Bezirk beteiligte sich mit dem Quartier Schloßstraße an dem Wettbewerb. Am Ende gab es immerhin eine Belobigung.

Ein Kritikpunkt, den vor allem die Passanten äußern, ist das Fehlen von Bänken für eine Flanierpause auf der Einkaufsmeile. Der Platz auf den Bürgersteigen gäbe es oft nicht her, begründet Regina Ross die wenigen Sitzgelegenheiten. Und dort, wo Platz ist, sollte sich der Bezirk um Bänke kümmern. Doch bisher sei immer nur darüber diskutiert worden, welche Sorte von Bänken aufgestellt werden sollen.


Karla Menge / KM
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