Gründungszentrum: Regionalmanagement rechnet schon 2015 mit Baubeginn

Steglitz-Zehlendorf. Der Bau eines Gründungszentrums scheint sicher. Besonders die FU drängt darauf. Jetzt will der Bezirk für das Gelände in der Fabeckstraße einen Bebauungsplan erstellen.

Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) geht davon aus, dass das Grundstück Fabeckstraße 62/Kamillenstraße 43 für das künftige Technologie- und Gründungszentrum (TGZ) zur Verfügung steht. Dann müsse nur noch Planungsrecht für das TGZ mit 60 bis 85 Unternehmen geschaffen werden. Der Druck auf Finanzsenator Ulrich Nussbaum (SPD) hatte in jüngster Zeit zugenommen, das Filetstück in Lichterfelde an der Grenze zu Dahlem nicht mehr zu versilbern.

Nussbaums Fachleute schätzen den Wert des gut fünf Hektar großen Geländes auf 9,424 Millionen Euro. Diese Summe ist allerdings nur zu erzielen, wenn das Grundstück an einen privaten Investor zum Zwecke des Wohnungsbaus verkauft würde, sagt Klaus Grünke, vom Regionalmanagement Südwest. Als Gewerbegrund wäre es schon weniger wert.

"Das politische Ziel von Nussbaum ist es, Liquidität zu schaffen", kritisiert auch der Kanzler der Freien Universität, Peter Lange. "9,2 Millionen Euro - egal woher." Die FU setzt darauf, ihre sechs verschiedenen Standorte, an denen jetzt Absolventen als Unternehmer in Gründung aktiv sind, zu konzentrieren. "Die Fabeckstraße wäre ein idealer Standort, dann können wir die Verteilung beenden. Grünke rechnet für Ende 2015 mit dem Baubeginn des TGZ. Die Liquidationspolitik Nussbaums zum Stopfen von Haushaltslöchern hält er für kurzsichtig: "Die neue Linie der Liegenschaftspolitik heißt dagegen Stadtrendite - nämlich ein Grundstück nicht immer zum Höchsterlös zu verscherbeln." Es komme darauf an, eine nachhaltige Stadtrendite zu erwirtschaften, die dann den Einmalerlös überkompensieren könne.

Ein Gründungszentrum habe nach einigen Jahren weitaus größeren Nutzen als einmalige Einnahmen, erklärt Grünke. Dies zeigten nach seinen Angaben Analysen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Dieses hatte am Beispiel von Berlin-Adlershof 600 Arbeitsplätze bei 60 verschiedenen Firmen und Steuereinnahmen von zwölf Millionen Euro errechnet.


Martinus Schmidt / mst
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