Lage in Steglitz-Zehlendorf nicht ganz so angespannt

Steglitz-Zehlendorf. Angesichts der Entwicklung auf dem Berliner Wohnungsmarkt befürchten Experten, das bezahlbarer Mietraum knapp werden könnte. 85 Prozent der Berliner wohnen zur Miete.

Noch seien es Mutmaßungen, dass der Wohnungsmarkt ein reiner Verkäufer- oder Vermietermarkt werden könnte, so Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU). Von einem solchen spricht man, wenn das Angebot an Wohnungen kleiner ist als die Nachfrage. Mitte der 90er-Jahren hatte Berlin noch einen Mieter- beziehungsweise Käufermarkt. Schmidt spricht von "Mutmaßungen, die durch nichts belegt seien." Allerdings könne er ihnen auch nicht widersprechen. Generell befürwortet der Baustadtrat die in Hamburg geltende Regelung, wonach ein Investor 30 Prozent seiner Neubaueinheiten für Sozialmieter vorhalten muss.

Der Stadtrat nannte "zu wenig bezahlbaren Mietraum" ein großstädtisches Problem, das auch um den Bezirk keinen Bogen mache. Hier indes ist der Anteil am Wohneigentum besonders groß. Wohnanlagen für Eigentümer, wie das bereits fertige Parkviertel Dahlem an der Flanaganstraße, das im Bau befindliche "Dahlem Paradise" oder die bislang erst geplante Bebauung des Oskar-Helene-Heims, lassen bei Bezirkspolitikern Befürchtungen laut werden, dass das Preisniveau für Wohnungen im näheren Umfeld überdurchschnittlich steigt.

Auch die Zahl der Wohnberechtigungsscheine (WBS) habe "deutlich zugenommen", so der Leiter des Wohnungsamtes Günter Maxilon. Im August seien schon 150 ausgehändigt worden. Den Schein erhält man bundesweit, wenn das Jahreseinkommen unter 16 800 Euro liegt. In Berlin gilt eine um 40 Prozent höhere Grenze, sodass in der Hauptstadt die betreffende Person bis zu 23 520 Euro verdiene dürfte. Ein Vier-Personen-Haushalt in Berlin dürfte nach dieser Berechnung sogar 51 352 Euro Monatseinkommen haben, ohne den WBS zu verlieren.

Maxilon hält die Wohnungssituation für "deutlich angespannter" als 1992, als das Zweckentfremdungsverbot für Wohnraum aufgehoben wurde. Damals sei die Wohnungslage entspannt gewesen. Rund 10 500 öffentlich geförderte Wohneinheiten gibt es nach seinen Angaben in Steglitz-Zehlendorf. Gleichzeitig sie der soziale Wohnungsbau fast auf Null gesunken.


Martinus Schmidt / mst
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