Tod von Dirk Bach reißt riesiges Loch in den Etat

Steglitz. Das Schlossparktheater steht vor einer schwierigen Situation. Durch den unerwarteten Tod des Schauspielers Dirk Bach mussten zahlreiche Aufführungen abgesagt werden. Die Einnahmeverluste sind beträchtlich.

In einem Dringlichkeitsantrag machte die CDU-Fraktion die prekäre Lage der Steglitzer Bühne deutlich. Von ursprünglich 31 Vorstellungen des "Kleinen König Dezember" mit Dirk Bach können nur 19 mit Gustav Peter Wöhler in neuer Besetzung gespielt werden. Durch die entfallenen Vorstellungen steht das Theater vor finanziellen Herausforderungen, die aus eigener Kraft kaum noch zu bewältigen sind. Auf Senatsebene wird über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten verhandelt. Konkretes dazu wollte Senatssprecher Günter Kolodziej auf Nachfrage nicht sagen. Derzeit werde geprüft, ob und in welchem Umfang geholfen werden könne. "Eine Entscheidung wird in absehbarer Zeit fallen."

Das Land Berlin hat zu Beginn der neuen Spielzeit bereits eine Summe von 230 000 Euro für das nächste Jahr zugesichert. Es ist das erste Mal, dass das Privattheater subventioniert wird. Bis zum nächsten Jahr kann das Haus zudem von der Mietfreiheit profitieren, die der Senat gewährt.

Diese finanzielle Unterstützung sei eine "wunderbare Erleichterung. Im Gesamtetat ist die Miete allerdings kein großer Kostenfaktor", sagt Harald Lachnit, Sprecher des Schlossparktheaters. Das Theater hofft deshalb, dass der Senat die geplante Subvention erhöhen kann.

"Wir sind noch nicht in der Lage, Rücklagen zu bilden, um solche kritischen Phasen überstehen zu können. Deshalb werden die 230 000 Euro leider nicht ausreichen", so Lachnit. Dabei ist das Theater auf einem guten Weg. "Wir spielen über 300 Vorstellungen im Jahr. Die Auslastung des Theaters steigt stetig und lag 2011 bei 62 Prozent", erklärt Lachnit. Um gut wirtschaften zu können, brauche das Theaterhaus eine Auslastung von rund 70 Prozent. Dann könne man auch Geld für schlechte Zeiten beiseite legen.

Mit dem Besuch des Theaters kann jeder einzelne die Bühne unterstützen. Jede verkaufte Karte hilft, betont auch der CDU-Verordnete Martin Reiher.


Karla Menge / KM
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