Personalrat sperrt sich gegen Termin-Modell

Auch weiter auf der Tagesordnung: Warten im Bürgeramt. Das geplante Terminmodell für den Bezirk ist geplatzt. (Foto: K. Menge)

Steglitz-Zehlendorf. Eigentlich wollten auch die Bürgerämter in Steglitz-Zehlendorf per 1. August Kunden nur noch per Terminvergabe bedienen. Ein spontanes Aufsuchen der Ämter sollte nicht mehr möglich sein. Damit wollte man übervolle Ämter zu Stoßzeiten vermeiden. Der Personalrat ist jedoch dagegen.

Lange Schlangen und rappelvolle Wartebereiche sind fast schon ein gewohntes Bild in den drei Bürgerämtern des Bezirks. Vor allem in der Urlaubszeit strömen die Leute in die Anlaufstellen Steglitz, Lankwitz und Zehlendorf, um sich einen Pass oder Kinderausweis ausstellen zu lassen. Am Monatsende kommen die Bürger, um den Berlin-Pass zu verlängern.

Und sie kommen aus ganz Berlin, denn Steglitz-Zehlendorf ist einer der letzten Bezirke, in dem man ganz spontan und ohne Termin dringende Angelegenheiten erledigen kann. Vorausgesetzt, man bringt genügend Zeit mit, und vorausgesetzt, man bekommt noch eine Wartenummer.

Für die Mitarbeiter der Bürgerämter bedeutet das in solchen Stoßzeiten Stress pur. Die Bürger sind unzufrieden, wenn sie stundenlang warten müssen oder erst gar keine Wartenummer mehr bekommen und wieder nach Hause geschickt werden.

"Wir haben uns deshalb dazu entschieden, auch in unseren Bürgerämter nur noch mit Terminvergabe zu arbeiten", sagt Stadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU). Bürger können dann nur noch online oder per Telefon einen Termin vereinbaren. Wartezeiten werden so weitgehend vermieden. Notfälle würden natürlich berücksichtigt und ohne Termin aber mit Wartezeiten behandelt. "Das ist wie beim Arzt. Wer ohne Termin kommt, muss warten", so Richter-Kotowski.

Doch der Personalrat will das Terminmodell nicht. Schon die Erprobungsphase, die bis Ende des Jahres laufen sollte, wird kritisch betrachtet und soll nicht genehmigt werden. Noch wird geprüft, aber "der Personalrat hat das letzte Wort und wir mussten die geplante Umstellung auf Terminkunden per 1. August wieder rückgängig machen", sagt Richter-Kotowski. Verständnis hat sie dafür nicht. "Die Umstellung würde insgesamt eine Entlastung für die Beschäftigten bedeuten, denn die Kundenströme könnten besser verteilt werden", sagt die Stadträtin.

Der Personalrat hingegen befürchtet eine zusätzliche Belastung der Mitarbeiter, weil durch die Terminvergaben pausenlos Kunden kämen und es keine ruhigen Zeiten mehr gäbe. "Ruhige Phasen gibt es in der derzeitigen Situation schon lange nicht mehr", so Richter-Kotowski

Das Terminmodell würde dauerhaft zu einer vernünftigen Arbeitssituation führen, ist sich die Stadträtin sicher. Auch die Beschäftigen würden eine Umstellung befürworten. Deshalb: "Ich werde an dem Thema dran bleiben und weiter mit dem Personalrat reden", versichert de Stadträtin. Warum der Personalrat gegen die Einführung des Termin-Modells ist, war nicht zu erfahren. Der Leiter des Personalrats war für ein Gespräch nicht zu erreichen.


Karla Menge / KM
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