"Wir sind nicht die Putzleute der Nation"

Nach dem Wochenende bleiben Säcke voller Müll auf dem Spielplatz zurück. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Erst vor einigen Wochen ist der neue Spielplatz Am Bäkequell eröffnet worden. Schon hagelt es die ersten Beschwerden. Die Spielplatzbesucher würden ihren Müll in den anliegenden Grünanlagen entsorgen und viele Kinder ihre Notdurft mangels öffentlicher Toilette im Gebüsch erledigen.

Mitunter tummeln sich 80 bis 100 Kinder auf dem großen Spielplatz. Familien nutzen das sommerliche Wetter für einen Ausflug auf das Areal. Hier können kleine und große Kinder toben, klettern, schaukeln, mit Wasser planschen und mehr. Perfekte Bedingungen für einen erlebnisreichen Tag. Nahezu perfekt. Denn fehlende Toiletten trüben den unbeschwerten Spaß. Vor allem für die Anwohner. Denn zunehmend werden große und kleine Geschäfte in den Büschen erledigt. Anwohner Horst Dittrich hat sich nun an Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) und an Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) mit der Bitte gewandt, für eine mobile Toilette zu sorgen. Doch das kostet Geld, das der Bezirk nicht hat.

"Das Problem ist bekannt und auch an vielen anderen Spielplätzen ein Thema", sagt Christa Markl-Vieto. Lösen würde sich die Angelegenheit in der Regel, wenn eine öffentliche Einrichtung in der Nähe ist, deren WC benutzt werden darf. Dann würde der Bezirk entsprechende Hinweisschilder aufstellen, so die Stadträtin. In der Nähe des Spielplatzes Am Bäkequell gibt es jedoch solch eine Einrichtung nicht. Markl-Vieto rät, dass Eltern eigeninitiativ in benachbarten Restaurants darum zu bitten, die Toilette zu benutzen.

"Die Erwartungshaltung der Bürger ist sehr hoch. Das Bezirksamt muss für Toiletten sorgen und den Müll entsorgen. Wir können das jedoch nicht alles leisten. Sicher, wir müssen unsere Aufgaben erfüllen, aber ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass wir die Putzleute der Nation sind", macht die Stadträtin ihre Meinung deutlich. Jeder sei auch selbst für Ordnung und Sauberkeit in den öffentlichen Anlagen verantwortlich, sagt sie und spielt damit auf die beanstandete Sauberkeit rund um den Spielplatz an. Die verantwortlichen Teams des Grünflächenamtes reinigen das Gelände dreimal in der Woche - so wie auf anderen großen Spielplätzen auch. Mehr sei allerdings aus Kostengründen nicht drin. Außerdem gäbe es Grenzen, was den Leuten hinterher geräumt wird. Jeder ist für seinen Müll verantwortlich und sollte dafür sorgen, dass er nicht achtlos liegen bleibt.

Was das Toiletten-Problem betrifft, überlegt die Stadträtin, im gegenüberliegenden Ordnungsamt nachzufragen. "Wir nehmen das Problem durchaus ernst und versuchen, Lösungen anzubieten", sagt Christa Markl-Vieto.


Karla Menge / KM
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.