Fußballclubs fordern zügige Sanierung von gesperrten Sporthallen

Die Sporthalle der Karpfenteich-Grundschule ist seit zehn Jahren gesperrt. (Foto: K. Rabe)

Steglitz-Zehlendorf. In einem offenen Brief beklagen sechs Fußballvereine des Bezirks, dass Hallen gesperrt seien und sie den Verlust von Mitgliedern befürchten müssen. Sie fordern schnelle Lösungen von der Politik.

Zu den gesperrten Sporthallen gehören die Hallen der Karpfenteich-Grundschule und der Ludwig-Bechstein-Grundschule. Beide Hallen sind seit zehn Jahren unbenutzbar. In ihrem „Weckruf“ an den Bezirk erklären sie zudem, dass in einem Umkreis von 1,5 Kilometern rund um den Steglitzer Damm fünf Sporthallen gesperrt seien.

Den Brief unterzeichnet haben sechs Vereine: BFC Preussen, DJK Westen Berlin, 1. FC Wacker Lankwitz, HC Steglitz, SFC Stern und SSC Südwest. Sie wollen nicht länger akzeptieren, dass ihnen durch „interessenlose Gleichgültigkeit ein immenser Schaden zugefügt wird“. Sie fordern unter anderem die zügige und vollständige Sanierung der Hallen, die bis vor Kurzem von Geflüchteten bewohnt wurden. Bis spätestens Ende September sollten die Hallen wieder nutzbar sein. Außerdem regen sie an, nur noch Sporthallen gleichen Bautyps in Fertigbauweise zu erstellen. Somit könnte auf die zeitaufwendige Ausschreibung jeder einzelnen Halle verzichtet werden.

Bernd Fiedler ist Vorsitzender des SFC Stern und einer der Unterzeichner des Briefes. „Seit Jahren sollen sich die Fußballer ihrem Schicksal ergeben und sich mit immer weniger Hallenzeiten zufrieden geben“. In anderen Bezirken gebe es viel weniger sogenannte Schuleigenbedarfszeiten und den Freizeitsportlern würden viel mehr Zeiten eingeräumt. Dabei würden die Hallen im Bezirk an Nachmittagen oft leer stehen. „Das kritisieren wir schon seit Jahren.“Klaus Sonnenschein, Leiter des Schul- und Sportamtes, hat kein Verständnis für die Briefschreiber. „Der Bezirk investiert so viel in Sportanlagen und Hallen“, sagt er. Der Brief sei eine „Frechheit“ und in vielen Passagen schlicht falsch.

Nicht 13, wie von den Fußballclubs behauptet, sondern nur acht Hallen seien gesperrt. Zum Ende des Jahres würden es nur noch sechs sein. Was die ehemaligen Flüchtlingsunterkünfte in Sporthallen betrifft, seien sechs von acht Hallen sofort wieder aufgemacht worden und konnten für den Sport genutzt werden.

Des Weiteren beginnt in diesem Jahr der Neubau der Sporthalle für die Karpfenteich-Grundschule. Der Abriss der gesperrten Halle startet in Kürze. Weitere drei Schulen bekommen in den nächsten drei bis vier Jahren neue Sporthallen. Die Investitionssumme beträgt insgesamt 22 Millionen Euro.

Einzig der Forderung, nur noch Hallen gleichen Bautyps zu bauen, stimmt er zu. „Die Bezirke haben sich für den Bau von Typensporthallen entschieden. In Berlin werden demnächst sechs solcher Sporthallen gebaut – ohne langwierige Ausschreibungsprozesse. Die erste davon bekommt die Grundschule am Stadtpark.“

Sonnenschein ärgert vor allem, dass ausgerechnet Fußballvereine den Brief unterzeichnet haben. Gerade aber was den Fußball betrifft, hätte der Bezirk viel Geld ausgegeben. „Wir haben so viel in Kunstrasen und Flutlicht investiert. Demnächst wird der neue Kunstrasenplatz für den SFC Stern 1900 eröffnet. Kosten: 500 000 Euro.“

Dass sein Verein den neuen Kunstrasenplatz erhält, freut Bernd Fiedler. Allerdings, so räumt er ein, war ein neuer Platz schon lange fällig. Immerhin trainieren im SFC Stern 40 Mannschaften. Die Frauen sind gerade in die dritthöchste deutsche Liga aufgestiegen. „Da brauchen wir einen guten Platz.“ Dass dieser in den nächsten Tagen eröffnet wird, wusste Fiedler übrigens gar nicht. Der Stern-Boss: „Es ist nicht das erste Mal, dass zwischen Bezirksamt und Sportvereinen keine Kommunikation stattfindet.“ KaR
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