Erschreckende Bilanz bei Verkehrskontrollen an Unfallschwerpunkten

Steglitz-Zehlendorf. Im Rahmen der Bekämpfung von Verkehrsunfällen mit Radfahrern durch abbiegende Fahrzeuge, hat die Polizei vom 27. März bis 7. April mehrere Schwerpunkte kontrolliert. Überwacht wurde in dieser Zeit das Fehlverhalten von Autofahrern gegenüber Radfahrern.

In der ersten Woche wurde aufgeklärt und beraten. Unter anderem waren Verkehrssicherheitsberater in der Schloßstraße am Rathaus Steglitz und Unter den Eichen, Ecke Drakestraße, vor Ort. Im Blick hatten sie die Autofahrer und inwieweit diese beim Abbiegen herannahende Radfahrer beachten. In der ganzen Stadt führte die Polizei 121 solcher Präventionsaktionen durch.

Wie gefährlich das unaufmerksame Abbiegen der Autofahrer für die Radfahrer werden kann, zeigt die hohe Zahl der Verkehrsunfälle. Im vergangenen Jahr haben sich in Berlin 928 Rechtsabbiegeunfälle ereignet. Dabei wurden sechs Radfahrer getötet, 44 schwer- und 700 leicht verletzt. Allein in Steglitz-Zehlendorf ereigneten sich in der vergangenen Woche zwei Unfälle, bei denen zwei Radfahrer schwer verletzt wurden.

Bei den gezielten Verkehrskontrollen in der zweiten Woche zeigte sich, wie wichtig Aufklärung und verstärkte Kontrollen noch immer sind. Insgesamt wurden 2224 Kraftfahrer erwischt, die sich falsch verhielten.

In 1947 Fällen waren die Verstöße so gravierend, dass eine Anzeige fällig wurde. Neben 351 Abbiegeverstößen und 291 Missachtungen von roten Ampel wurden unter anderem verbotene Handynutzung, Missachtung der Gurtpflicht und das Nichtbetätigen des Blinkers von den Polizisten geahndet.

Aber auch die Radfahrer verhielten sich nicht immer den Regeln entsprechend. 1151 Anzeigen wurden gegen sie gefertigt. Unter anderem wurde von 748 Radfahrern eine Rotampel ignoriert, 299 Mal wurde das Fahren auf dem Gehweg angezeigt und bei einem Radfahrer stellten die Beamten bei einem Alkoholtest einen Wert von 1,98 Promille fest. Auch in diesem Fall wurde eine Strafanzeige gefertigt.

Die Ergebnisse der Aktion zeigten, so die Polizei, dass Kontrollen immer noch nötig sind. Eine weitere Aktion ist daher schon für Mitte Juli geplant. KaR
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