Stammtisch diskutiert Sperrung der Schloßstraße für einen Sonntag im Jahr

Steglitz. Über den Sinn, die Schloßstraße für einen Sonntag im Jahr für jeglichen Kfz-Verkehr zu sperren, scheiden sich die Geister. Das wurde in einer Diskussion des Wirtschaftsstammtisches Berlin Süd West am 29. April deutlich.

Aus Sicht der Gegner sei die Sperrung ein sinnloses Unterfangen, das lediglich einen riesigen Aufwand und hohe Kosten verursachen würde. Allein für die Umleitung der Busse müssten zahlreiche Schilder aufgestellt und extra angefertigt werden. Der Verkehr würde in die Seitenstraßen der Schloßstraße ausweichen und die Wohngebiete belasten.

Anlass für die Diskussion ist ein Antrag der Grünen-Fraktion in der BVV, die Schloßstraße probeweise an einem verkaufsoffenen Sonntag für den Verkehr zu sperren. Bis auf die Piraten haben sich alle Fraktionen dem Antrag angeschlossen. Ziel ist es, die Einkaufsmeile zu beleben und die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Die Piraten stellen sich gegen eine Sperrung. "Ohne richtige Konzepte macht die Sperrung keinen Sinn", so Alf Jarosch, Gebietsbeauftragter der Piraten im Bezirk. Er fordert, zunächst mit mehr Sitzgelegenheiten, Grün und Sauberkeit die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Für ein Konzept sprechen sich auch die Chefs der großen Häuser wie Globetrotter, Karstadt und Boulevard Berlin aus. Nur dann könne eine Sperrung und eine professionell vorbereitete Veranstaltung viele Menschen auch von außerhalb auf die Shoppingmeile locken. Viele wüssten nicht, wie schön die Straße nach der Umgestaltung geworden sei, so Jan Wengeler, Manager des Boulevard Berlin. Sein Haus wäre bereit, sich an der Finanzierung eines Festes zu beteiligen.

Ungehalten über die Diskussion äußerte sich der Chef des Best Western Hotels Steglitz International, Alexander Stolle. Schon vor zehn Jahren sei darüber diskutiert worden, wie die Straße attraktiver werden könnte. "Die Politik ist seit Jahren resistent, was das betrifft." Die Diskussion würde zeigen, dass das allgemeine Interesse viel mehr in einer nachhaltigen Gestaltung der Straße liege.

Am Ende war man sich einig, dass es ohne nachhaltiges Konzept nicht geht. sollen Bürger und Händler in den Dialog einbezogen werden. Der BVV-Antrag wird entsprechende konkretisiert.


Karla Menge / KM
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