Diskussionen ums Hafenfest: FDP fordert Interessenbekundungsverfahren

Berlin: Greenwichpromenade Tegel |

Tegel. Das in diesem Jahr erstmals an zehn Tagen stattfindende 8. Tegeler Hafenfest vom 14. bis 23. Juli wird im September Thema einer öffentlichen Bürgerversammlung in der Humboldt-Bibliothek sein.

Dies kündigte der Stadtrat für Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten, Sebastian Maack (AfD), am 27. Juni auf einer Sondersitzung des zuständigen Ausschusses der Bezirksverordneten an. Diese Sitzung war der zweite Teil eines Sondertermins, auf dem die Verordneten das umstrittene Fest nach Einsicht in die Akten diskutierten.

Dass das Fest stattfinden wird, ist sehr wahrscheinlich. Gegen die Genehmigung sind laut Maack bisher zwar sechs Widersprüche eingegangen, die aber noch nicht zu einem juristischen Verfahren gegen die Genehmigung geführt haben. Mit der Bürgerversammlung im September, der Termin steht noch nicht fest, will Maack nachholen, was eigentlich schon im September 2016 hätte geschehen sollen: eine offene Diskussion mit den Bürgern, wie es mit dem Fest weitergehen soll.

Kritische Lage

Wie berichtet, war es im vergangenen Jahr am besonders sonnigen Sonnabend zu einer Situation mit vielen Besuchern auf der Greenwichpromenade gekommen, die selbst die Polizei als sehr kritisch einschätzte (siehe auch www.berliner-woche.de/123288). Von der Verlängerung auf zehn Tage verprechen sich der Veranstalter (die catering-company) wie auch das Bezirksamt eine Entzerrung der Besucherzahlen. Anwohner fürchten wiederum noch mehr Belästigung.

Für die FDP schlug deren Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung, Mieke Senftleben, ein Interessenbekundungsverfahren vor, um zu prüfen, welche Möglichkeiten es für das Feiern an der Greenwichpromenade noch geben könne. Bürgermeister Frank Balzer (CDU) hielt dagegen, dass er froh wäre, wenn es eine Auswahl gäbe. Doch die Interessenten für Straßenfeste im Bezirk und generell in Berlin würden immer weniger. Für die Nutzung des öffentlichen Geländes muss der Veranstalter 34 000 Euro zahlen. Sollten an Grünflächen, Straßen und Wegen Schäden entstehen, käme deren Beseitigung nach dazu. CS
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Christian Schindler aus Reinickendorf | 03.07.2017 | 11:23  
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