Bezirk hofft auf Pflege der Badestellen

Tegel. Das Bezirksamt hat mit Jahresbeginn die Besitzrechte am Flughafensee und seiner Uferbereiche an den Bund zurückgegeben. Es geht es davon aus, dass er auch die Pflege übernimmt.

Der Flughafensee ist ein künstlicher See, der in den 1950er- bis 1970er-Jahren durch Kiesabbau entstand. 1981 kam das 457 300 Quadratmeter große Grundstück in den Besitz des Landes Berlin, das wiederum die Besitzrechte an den Bezirk weiterreichte. Der hatte damit jährlich rund 125 000 Euro an Pflegekosten am Hals: 75 000 Euro für die Pflege der Badestellen und der Zugangsbereiche sowie 50 000 Euro für die Belüftung des Sees und die Wartung einer Algensperre. In den nächsten Jahren dürfte der See noch weitere Investitionen erfordern. Die Erneuerung der Algensperre wird auf bis zu 150 000 Euro geschätzt, ein weitere Belüftungskörper auf 100 000 Euro.

Das Eigentum am See stand bis zur Wiedervereinigung jedoch unter einem Vorbehalt. Wegen einer Fristversäumnis scheiterte die endgültige Übertragung an das Land Berlin. Zuletzt lehnte das Bundesverwaltungsgericht am 11. September vergangenen Jahres die Berliner Ansprüche ab. "Wir geben etwas, was wir in Besitz hatten, an den Eigentümer ab", kommentierte Baustadtrat Martin Lambert (CDU) im Bauausschuss der Bezirksverordneten am 13. Februar. Er geht davon aus, dass der Bund als Eigentümer sowohl den uneingeschränkten Badebetrieb als auch die Gewässerreinhaltung garantiert. Und er hat ein Druckmittel: Sollte sich der Bund diesen Aufgaben verschließen, könnte der Bezirk mit Ersatzvornahmen reagieren - also in Vorleistung gehen und die Kosten wieder vom Eigentümer zurückholen.

Der Flughafensee ist für den Bezirk ein Standortvorteil, aber auch eine Belastung: Es handelt sich um ein schnell erreichbares Naherholungsgebiet, das jedoch insbesondere in der warmen Jahreszeit zum Schauplatz exzessiver Partys wird, die erhebliche Verschmutzungen nach sich ziehen. Wenn nach Anwohnerbeschwerden hier die Polizei einschreitet, dann in der Regel in großer Personalstärke.


Christian Schindler / CS
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