Buch über Baukunst in Haselhorst erschienen

Das ehemalige Haselhorster Zentralwaschhaus ist heute ein Bürogebäude. (Foto: Christian Schindler)

Tegel. Ein gerade erschienenes Buch über "Moderne Baukunst in Haselhorst" verweist auf ein besonderes Wohnungsbau-Kapitel in Reinickendorf.

Zum Abschluss einer umfangreichen Sanierung der sogenannten Reichsforschungssiedlung in Haselhorst hat die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag den Band "Moderne Baukunst in Haselhorst" herausgegeben. Die Siedlung entstand in den 1930er Jahren und sollte neue Formen großstädtischen Wohnens erproben.

Mit der Siedlung erbaute der Architekt Otto Bartning in den Jahren 1931 bis 1936 das Zentralwaschhaus in der Haselhorster Kanalstraße 4-6. Dies erfüllte seine Funktion auch für Wohnhäuser der Gewobag in Tegel-Süd. Ebenso wie in Haselhorst errichtete die Gesellschaft dort Wohngebäude in langen Reihen, die sicherstellen sollten, dass alle Bewohner regelmäßig frische Luft und Sonne genießen konnten. Diese Art von Stadtplanung sollte Alternativen zur bisherigen Blockbebauung bieten, die ärmere Mieter in die dunklen Hinterhöfen verbannte.

Weil das Zentralwaschhaus in Haselhorst auch Mieter in Tegel versorgte, wurde die Wäsche von betriebseigenen Lastwagen transportiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte dieses System jedoch keine Zukunft mehr. Mit dem beginnenden Wirtschaftswunder schafften sich immer mehr Haushalte eigene Waschmaschinen an, so dass der Service des Zentralwaschhauses überflüssig wurde. Seit den 1990er Jahren wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude als Bürohaus genutzt.

Das Buch "Moderne Baukunst in Haselhorst" ist jetzt im Berlinstory-Verlag erschienen, hat 146 reich bebilderte Seiten und kostet 19,80 Euro (ISBN 978-3-86368-106-7).

Christian Schindler / CS
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