Humboldt-Tagebücher auf der Einkaufsliste

Anna Pilgrim spielte den jungen Alexander von Humboldt in dem am 30. September 2010 im Fontane-Haus uraufgeführten Humboldt-Musical. (Foto: Christian Schindler)

Tegel. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird die Reisetagebücher von Alexander von Humboldt (1769-1859) erwerben. Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie macht dies mit einem Zuschuss von drei Millionen Euro möglich.

Der Stiftungsrat der Klassenlotterie beschloss die Unterstützung am 24. Juni. Von 1799 bis 1804 bereiste Alexander von Humboldt Amerika. Der 1769 geborene Forscher, der zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Wilhelm einen großen Teil seiner Kindheit im Tegeler Schloss verbrachte, notierte dabei wissenschaftliche Beobachtungen und persönliche Eindrücke auf 5000 Seiten. Diese Tagebücher befanden sich im Besitz des Humboldt-Nachfahren Ulrich von Heinz, der heute ebenfalls in dem Schloss wohnt. Alexander von Humboldt dürfte, wie sein Bruder, der Berliner Universitätsgründer, auch international einer der bekanntesten Reinickendorfer sein. Schon zu Lebzeiten gehörte er zu den berühmtesten Wissenschaftlern, wurde gar "der zweite Kolumbus" genannt. Die Musikschule Reinickendorf hat ihm 2010 das Musical "Humboldt! - Ein Musical von Alexander von..." gewidmet.

Doch auch darüber hinaus beschäftigt Alexander von Humboldt immer wieder die Menschen. Der heutige Münsteraner Tatort-Star Jan Josef Liefers gab 1989 sein Kinodebüt in der Rolle Alexander von Humboldts. Der Film des Regisseurs Rainer Simon hieß "Die Besteigung des Chimborazo". 2008 veröffentlichte der Autor Robert Löhr "Das Erlkönig-Manöver". In dem historischen Kriminalroman betätigen sich Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und eben Alexander von Humboldt als Geheimagenten gegen den französischen Diktator Napoleon.

Ob oder gar wann die Tagebücher für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ist noch nicht bekannt.


Christian Schindler / CS
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