Rund 275.000 Liter Enteisungsmittel lagern am Flughafen

Demonstration an einer Boing 737: Enteiser besprühen das Flugzeug mit Spezialflüssigkeit, die Eis und Schnee in Sekunden tauen lässt . (Foto: Ulrike Kiefert)

Tegel. Noch ist es Herbst und kein Frost in Sicht. Doch der Flughafen Tegel rüstet sich schon jetzt gegen die Eiszeit. Denn auf dem überlasteten Airport herrscht Hochbetrieb und jede Störung kann gravierende Folgen haben.

Dennoch sehen die Verantwortlichen dem Winter optimistisch entgegen. "Wir sind gut gerüstet und haben uns intensiv auf den Winter vorbereitet", sagte der neue Flughafen-Geschäftsführer Elmar Kleinert, als er am 16. Oktober die Vorbereitungen auf den Wintereinsatz vorstellte. Und Bernhard Alvensleben, Chefmanager des Boden-Dienstleisters GlobeGround, versicherte: "Die Schulungen der Mitarbeiter laufen seit Sommer auf Hochtouren und unsere Lagerkapazitäten sind wieder voll aufgestockt." 150 Mitarbeiter, 15 Enteisungsfahrzeuge und 16 Großräumfahrzeuge stehen für den Winter bereit. Rund 275 000 Liter Enteisungsmittel lagern am Flughafen, davon rund 66 000 Liter in den Fahrzeugen selbst. Das Notfalllager in Berlin hält noch einmal eine halbe Million Liter bereit. Durch die vielen Sprühfahrzeuge können die Flugzeuge schon direkt am Terminal teilweise enteist werden und müssen nicht so lange warten. Bei normalem Nachtfrost - die ersten Flugzeuge starten um sechs Uhr morgens - ist ein Flieger binnen fünf Minuten enteist. Bei extremen Minusgraden kann es eine halbe Stunde dauern. Wenn es schneit, kommen die hochtechnisierten Räumfahrzeuge zum Einsatz. Etwa eine halbe Stunde brauchen sie, um Tegel mit einer Fläche so groß wie 180 Fußballfelder von Schnee und Eis zu befreien. Geregelt wird der gesamte Enteisungsprozess aus dem Airport Control Center (ACC), von wo aus die Abfertigung der Flugzeuge gesteuert und überwacht wird. Witterungsbedingte Einschränkungen, vor allem durch Blitzeis auf den Pisten, kann dennoch niemand ausschließen.

"Unsere Mannschaft wird aber mit vollem Einsatz dafür sorgen, die Auswirkungen des Winters auf ein Mindestmaß zu reduzieren", versprach Elmar Kleinert. Trotz des strengen Winters seien die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld auch gut durch die vergangene Saison gekommen. Beide Airports waren durchgehend am Netz, obwohl an 139 Tagen enteist werden musste. Im letzten Winter hatte GlobeGround seine Enteisungsflotte in Tegel um vier Fahrzeuge vergrößert und beim Personal um 25 Angestellte aufgestockt. Und der Flughafen hat auch sein Tanklager aufgerüstet. Eine Konsequenz hieraus: Im Dezember 2010 war der Flugbetrieb in Berlin zeitweise zusammengebrochen, weil das Frostschutzmittel zur Enteisung nicht mehr lieferbar war.


Ulrike Kiefert / uk
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