Traudl Rosenthal kam zum Rundfunkjubiläum in die Bücherei

Alexander Kulpok und Traudl Rosenthal schwelgten in der Bibliothek in Erinnerungen. (Foto: Christian Schindler)

Tegel. Prominenten Besuch hatte der Journalist Alexander Kulpok am 22. Oktober in der Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19, bei seinem Vortrag zu 90 Jahren Rundfunkgeschichte: Traudl Rosenthal - die Witwe des legendären Showmasters Hans Rosenthal, der 1987 verstarb.

Traudl Rosenthal scheut eigentlich die große Öffentlichkeit. Als Kulpok, der aus Anlass der Begründung des deutschen Rundfunks mit einer Sendung vom 29. Oktober 1923 aus dem Vox-Haus an der Potsdamer Straße in die Bibliothek geladen hatte, Traudl Rosenthal ans Mikrofon bat, winkte sie ab. Während ihr Mann mit Ratespielen und Unterhaltungssendungen erst die Zuhörer vor den Radios versammelte, dann in immer größeren Sälen und schließlich im Fernsehen, hält sich Traudl Rosenthal lieber im Hintergrund. Der 1938 in Kreuzberg geborene Kulpok, der in Reinickendorf die "Eulenpost" redigiert, eine vom lokalen Bündnis für Familie Reinickendorf-Ost herausgegebene Kiez-Zeitung, stellt dagegen gerne die Verdienste des Ehepaares heraus. So hatte Hans Rosenthal den jungen Kulpok ermuntert, zum Rundfunk zu gehen, als der noch als Student Beiträge für Zeitungen schrieb. Rosenthals Rat erwies sich als richtig: Kulpok ging zum 1954 neu gegründeten Sender Freies Berlin, dann zum Rias (Rundfunk im amerikanischen Sektor), wo er unter anderem für Rosenthals Rückblende arbeitete. Es folgten weitere Stationen zum Beispiel als Redenschreiber für Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) sowie die Gründung und Leitung der Videotext- und Teletextdienste von ARD und ZDF.

Am Ende der Veranstaltung berichtete Traudl Rosenthal dann doch, dass der frühere Radio- und Fernsehstar Hans Rosenthal beinahe am Rande der Radiogeschichte geblieben wäre. Als er sich um Rollen in Hörspielen und um Moderationen bewarb, wollten ihm die Verantwortlichen "nur kleinere Rollen zugestehen". Rosenthal nahm Sprechunterricht, um besser vor dem Mikrofon zu bestehen. Seine Zuhörer empfanden dann seine Leistungen als das, womit er selbst oft in der Ratesendung "Dalli Dalli" gute Leistungen feierte: "Das war Spitze!"


Christian Schindler / CS
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