Waldwege bleiben zeitweise gesperrt

In der Revierförsterei Tegelsee sind die Harvester bereits im Einsatz. (Foto: Revierförster Frank Mosch)

Tegel. In der kalten Jahreszeit werden wieder Berlins Wälder durchforstet. In Reinickendorf steht die Revierförsterei Tegelsee auf der Liste.

In der Revierförsterei Tegelsee beginnen in diesen Tagen umfassende Waldarbeiten. Moderne Holzerntemaschinen durchforsten die Waldgebiete entlang der Waldkauzstraße östlich der Konradshöher Straße sowie entlang der Straße Am Eulenhorst in Siedlungsnähe. Auf rund 30 Hektar werden Kiefern, Eichen und Buchen gefällt. Benachbarte Bäume werden so vitalisiert, ihre Baumkronen bekommen mehr Platz und junge Buchen das nötige Licht zum Wachsen.

In dem Waldgebiet müssen Spaziergänger vorübergehend mit gesperrten Wanderwegen rechnen. Da bei den Arbeiten schwere Maschinen eingesetzt werden, kann es zu tiefen Spuren im Wald kommen. Beschädigte Wege werden nach dem Ende der Arbeiten aber wiederhergestellt. Geforstet wird bis Ende Februar 2015 auch im Forstamt Tegel und zwar im Waldgebiet der Revierförsterei Stolpe westlich von Frohnau zwischen Straße Am Eichenhain und Bundesautobahn 111 sowie in der Revierförsterei Hermsdorf nahe dem Wildtierschaugehege am Ehrenpfortensteig.

Vielen Berlinern ist das Prinzip der Durchforstung wenig bekannt, oft protestieren umweltbewusste Bürger aus Sorge um Stadtgrün und Klima, wenn irgendwo Bäume gefällt werden. "Hier geht es jedoch nicht ums bloße Abholzen, sondern um die langfristige Pflege und Gesunderhaltung des Waldes", informiert Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forsten. Das Hauptkriterium bei der Entscheidung, welcher Baum fällt, ist die Standsicherheit. Danach folgt die Auswahl der Baumarten, erst zuletzt das wirtschaftliche Interesse. Denn die Wälder liefern auch den Rohstoff Holz für ökologisches Bauen und Modernisieren. Zudem interessieren sich besonders Privathaushalte für immer mehr Brennholz.

Die Berliner Forsten bewirtschaften den Stadtwald seit zwölf Jahren nach den Kriterien des "FSC"-Zertifikats (Forest Stewardship Council) und des Naturland-Verbandes. "Im Zentrum steht dabei die Förderung naturnaher Waldstrukturen, der Verzicht auf Kahlschläge und Chemie, die Sicherung seltener Lebensräume für Tiere und Pflanzen, der Erhalt von Totholz und der Einsatz von Arbeitsverfahren, die den Boden und Wald schonen", erläutert Marc Franusch. Eingesetzt werden dabei sogenannte Harvester. "Diese computergestützten Forstmaschinen arbeiten effizient und Bestand schonend", so Franusch. In empfindlichem oder schwer zugänglichem Gelände übernehmen die Forstwirte das Abholzen mit der Motorsäge. Moderne Fahrzeuge oder Rückepferde transportieren die Stämme aus dem Wald heraus bis an die befahrbaren Wege.


Ulrike Kiefert / uk
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