Deutscher Meister im Blitzschach kommt aus Tegel

René Stern (links) wird vom Weltschachbund in Kürze der Titel eines Großmeisters verliehen. (Foto: Nittel)

Tegel. Der Schachklub König Tegel ist Deutscher Meister 2014 im Blitzschach. Die Nordberliner triumphierten bei den Titelkämpfen am Ende Mai in Bielefeld und ließen dabei 25 Teams hinter sich.

"Eigentlich fehlen mir dafür die Worte", ist der Vorsitzende Manfred Rausch auch ein paar Tage nach dem Titelgewinn noch völlig sprachlos. "Das ist eine absolute Sensation, weil nicht nur wir, sondern eigentlich niemand damit jemals gerechnet hätte." In der Tat: In der Geschichte der Deutschen Blitz-Mannschaftsmeisterschaften war es zuvor noch nie einem Berliner Team gelungen, auch nur unter die ersten Drei zu kommen. Und als wäre der Titelgewinn der Könige aus Tegel nicht schon unglaublich genug, landeten die Schachfreunde Berlin aus Schöneberg auf Platz zwei. Erst dahinter lief das Topteam der 1. Schach-Bundesliga, die OSG Baden-Baden, die im April zum neunten Mal hintereinander Deutscher Meister geworden war, auf Rang drei ein.

Zum Gewinnerteam und neuem Deutschen Meister im Blitzschach gehören Robert Rabiega, René Stern, Drazen Muse und Torsten Sarbok. "Das war wirklich eine tolle Leistung von den Jungs", freut sich Manfred Rausch. Von den unglaublichen 25 Partien, die die Tegeler an nur einem einzigen Tag zu absolvieren hatten, gewannen sie 19. Vier endeten mit einem Remis, nur zwei gingen verloren.

Blitzschach ist eine Form des Schachspiels, bei der jedem Akteur für die gesamte Partie eine Bedenkzeit von weniger als 15 Minuten zur Verfügung steht. "Es ist eine enorme Leistung, so viele Partien in so kurzer Zeit auf so einem hohen Niveau zu absolvieren", erklärt Rausch. Reaktionsschnell im Kopf zu sein, sei das A und O.

Die Freude über diesen Titelgewinn war auch so groß, weil der SK König Tegel in der unlängst zu Ende gegangenen Saison der 1. Schach-Bundesliga nur Platz 15 belegte und deshalb absteigen muss. Das erklärte Ziel: der Wiederaufstieg "Natürlich muss man immer Ziele haben. Deshalb treten wir in der nächsten Saison an, um in die 1. Bundesliga zurückzukehren", sagt der Vorsitzende. "Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Bundesliga aufgrund der zahlreichen, oft sehr weiten Auswärtsfahrten und der damit verbundenen Übernachtungen immer teurer und zeitaufwendiger wird. Deshalb entscheiden letztlich auch die Spieler selbst, ob sie im Fall des sportlichen Erfolgs diesen Aufwand auf sich nehmen wollen."

Erfreuliches zum Schluss: Bis dato waren Robert Rabiega und Mladen Muse die einzigen Großmeister im Bundesligateam des SK König Tegel. Das ist der höchste vom Weltschachbund FIDE verliehene Titel für Turnierschachspiele. Durch seine guten Leistungen wird dieser Titel in Kürze auch an René Stern verliehen.


Michael Nittel / min
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