Der Winter kann kommen: Flughäfen sind für extreme Witterung gerüstet

Mit dem Flugplanwechsel im Oktober beginnt die Wintersaison, für die Tegel gut gerüstet ist. (Foto: Berit Müller)

Tegel. Die milden Winter in jüngster Zeit lassen es kaum für nötig erscheinen – dennoch müssen sich die Berliner Flughäfen für die kalte Jahreszeit rüsten. Bei Schneefall kommt jetzt in Tegel erstmals ein Streufahrzeug mit hochmodernem, computergesteuertem Datenmanagement zum Einsatz.

Verantwortlich für den Winterdienst in Tegel und Schönefeld zeichnet der Flächenservice der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH gemeinsam mit AviationSolution Berlin. Für die Mitarbeiter beider Unternehmen hat mit dem Flugplanwechsel im Oktober die Wintersaison begonnen – 390 Frauen und Männer sind dafür im Einsatz. In Schönefeld nonstop, in Tegel beginnt der Flugbetrieb um 6 Uhr, die Frühschicht tritt daher um 4 Uhr ihren Dienst an – es sei denn, eine extreme Wetterlage erfordert einen früheres Aufstehen. Rufbereitschaft herrscht dann ab 1.15 Uhr. Bei anhaltendem Schneefall sind die Mitarbeiter auf beiden Flughäfen rund um die Uhr im Einsatz.

1000 Tonnen Streugut

Die Beschäftigten der Flughafengesellschaft sorgen für beräumte und enteiste Flächen auf den Airports – also freie Start- und Landebahnen, Rollwege, die Vorfelder in der Sicherheitszone sowie Straßen und Gehwege im öffentlichen Bereich. Insgesamt landen im Schnitt gut 1000 Tonnen Streugut und 600 Tonnen Flüssigkeit auf 327 Hektar Fläche – das entspricht etwa 460 Fußballfeldern. Im Fall von Schnee und Eis kommen Räumgeräte zum Einsatz, die eigens für den Dienst auf Flughäfen konstruiert wurden, in Tegel sind es 39 Stück. Damit die Fahrzeuge auch bei Temperaturen unter minus 20 Grad wie am Schnürchen laufen, ordert die Flughafengesellschaft ab Oktober Winterdiesel plus Enteisungsmittel. Außerdem sind die Fahrzeuge mit einer Kraftstoffheizung ausgestattet.

Mit einer Streubreite von 24 Metern verfügt Tegel jetzt über ein ganz besonderes Winterdienst-Mobil: Es kann nicht nur großflächig streuen, der Fahrer sieht auf einem Display auch, welche Pisten bereits dran waren. Außerdem schaltet der Streuer automatisch ab, wenn das Gefährt über eine schon behandelte Fläche rollt.

Aber nicht nur die Rollfelder, auch die Flieger müssen bei Frost enteist werden – darum kümmern sich die Mitarbeiter von AviationSolution. Das Airport Control Center koordiniert ihren Einsatz. Je nach Größe, Witterung und eingesetzter Technik dauert es zwischen zehn und 20 Minuten, bis eine Maschine frei von Eis ist – ein paar 100 bis zu mehreren 1000 Litern Spezialflüssigkeit braucht es dafür. Mehr als 300 000 Liter des biologisch abbaubaren Mittels lagern pro Winter in den Tegeler Hangars, bis zu 15 Fahrzeuge mit Tankvolumen zwischen 5000 und 8000 Litern sind bei eisigen Temperaturen jederzeit einsatzbereit. bm
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